Welche Kosten entstehen bei Fonds & Alternativen

Es ist heute alles andere als einfach, eine kluge Strategie zu finden, wenn es um das Thema Geldanlagen geht. Nicht zuletzt geht es um die Kosten von Fonds.

Die Renditemöglichkeiten bei vielen Geldanlagen sind in den letzten Jahren extrem zusammengeschrumpft. Vor allem die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat zu den aktuell so niedrigen Zinserträgen auf den meisten Geldanlagen beigetragen.

Doch auch in Zeiten, in denen theoretisch sogar die Gefahr besteht, Strafzinsen auf gespartes Vermögen zahlen zu müssen, gibt es noch immer einige Anlageformen, die durchaus eine gute Rendite versprechen. Aktienfonds gehören nach wie vor in diesen Bereich. Wir von Was-kostet.net stellen hier einmal zwei spannende Alternativen zum längst uninteressant gewordenen Sparbuch vor und zeigen die für diese Anlagen entstehenden Kosten.

Was sind Fonds?

Eine dieser beiden starken Alternativen sind Fonds. Die meisten Menschen, die den Begriff Fonds hören, denken erst einmal direkt an einen Aktienfonds. Es gibt allerdings eine ganze Reihe verschiedener Investmentfonds.

Ein Investmentfonds ist so etwas wie ein großer Topf, in den eine Vielzahl verschiedener Anleger einzahlen. Aus diesem Topf werden dann verschiedenen Investitionen getätigt. Erzielen diese Investitionen Gewinne, steigt der Wert des Gesamttopfes, und damit erzielt jeder Anleger seinem Anteil an dem „Topf“ entsprechend einen gewissen Gewinn bzw. eine Rendite.

Solche Investmentfonds gibt es im Bereich:

  • Aktienfonds
  • Rentenfonds
  • Geldmarktfonds
  • Immobilienfonds
  • Mischfonds
  • Rohstofffonds

Je nach Art des jeweiligen Fonds wird in diese Anlageform investiert. Die Höhe der Rendite ist dabei von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Faktoren abhängig – vor allem aber von der Art des Managements des entsprechenden Fonds. Unter den angebotenen Fonds vieler Bank- und Anlageberater kann man zwischen verhältnismäßig sicheren Fonds mit einem sehr niedrigen Verlustrisiko und moderater Rendite, normalen Fonds mit einem breit gemischten Portfolio, und einem mittleren Risiko sowie einer mittleren Renditechance und risikoreichen Fonds mit hohen Renditechancen aber auch vorhandenen Verlustrisiken wählen.

Schon gewusst?

Neben den klassischen Fondstypen gibt es seit einigen Jahren bei verschiedenen Anbietern auch sogenannte nachhaltige Fonds. Bei der Auswahl der Investitionen werden in diesen Fonds besonders hohe Maßstäbe an die Einhaltung gewisser ethischer, ökologischer und sozialer Standards gelegt. Wie genau die Klassifizierung dabei gestaltet wird, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich – klare Vorgaben oder feste Standards, wie ein nachhaltiger Fonds zu bewirtschaften wäre, gibt es nicht.

Kosten eines Fonds

Die Fonds Kosten setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Diese sind:

  • Der Ausgabeaufschlag auf Fonds als einmaliger Kostenfaktor
  • Verwaltungskosten als fortlaufender Posten
  • Erfolgsabhängige Vergütung des Fondsmanagements wie eine Performance-Fee
  • Depotführungsgebühren

Der Ausgabeaufschlag für Fonds ist so etwas wie die Gebühr für den Einkauf eines Fonds. Diese Gebühr variiert von Investmentfonds zu Investmentfonds und liegt bei einem offenen Immobilienfonds beispielsweise im Schnitt bei rund 3 %. Für einen Aktieninvestmentfonds müssen Sie dabei im Schnitt bereits mit rund 5 % rechnen. Tatsächlich gibt es allerdings auch eine ganze Reihe von Anbietern, die in ihrem Angebot eine breite Palette von Fonds haben, für die keinerlei Ausgabeaufschlag erhoben wird.

Die Verwaltungskosten oder Managementkosten werden von dem Unternehmen hinter dem Fonds erhoben um die Marktanalysen, das Fondsmanagement und die Betreuung als solche zu finanzieren. Diese Verwaltungskosten gestalten sich bei den verschiedenen Investmentfonds unterschiedlich hoch. Dabei lassen sich die folgenden Durchschnittswerte festhalten:

  • Aktienfonds: Zwischen 0,8 und 2,5 %
  • Mischfonds: Zwischen 0,8 und 2,5 %
  • Rentenfonds: Zwischen 0,5 und 1,5 %
  • Offene Immobilienfonds: Zwischen 0,5 und 2,0 %

Diese Verwaltungskosten werden jährlich direkt auf dem Investmentfonds abgezogen und reduzieren so den Gesamtwert des Fonds und damit auch die Rendite auf den Fonds selbst.

Die Depotführungsgebühren werden von der depotführenden Bank erhoben und sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich gestaffelt. Auch dieser Posten wird direkt aus dem Investmentfonds entnommen und schmälert so die Gesamtrendite.

Eine Performance-Fee kann beispielsweise fällig werden, wenn ein Investmentfonds besonders erfolgreich verwaltet wird. Dabei handelt es sich in der Regel um Erfolgsprämien für die jeweiligen Fondsmanager, die wiederum mit hohen Renditen und erheblichen Wertsteigerungen verbunden sind.

Vorteile von Fonds

Auch wenn Fonds auf jeden Fall einiges an Kosten verursachen – sie haben auch ihre Vorteile. Da wäre beispielsweise die Sicherheit. Selbst risikoreiche Fonds sind noch immer so gestreut, dass ein gewisser Sicherheitsfaktor vorhanden ist. Das geht, weil in einem Investmentfonds eine Vielzahl verschiedener Investitionen gebündelt wird. Ein Aktienfonds beispielsweise setzt immer auf eine Vielzahl verschiedener Aktien. Durch diese Streuung ist das Verlustrisiko weitgehend reduziert.

Dazu kommt, dass Investmentfonds auch für Einsteiger in der Welt der Anleger sehr einfach zu verstehen sind. Letztlich wählen Sie nur einen Fonds aus, in den Sie einen Betrag einzahlen. Den Rest erledigt der Fondsmanager.

Die Renditen übertreffen sehr oft die möglichen Gewinne aus den meisten zinsbasierten Anlagen.

Dazu kommt, dass Fonds in Sachen Transparenz ebenfalls ganz weit vorne liegen. Das liegt vor allem an den strengen Transparenzregeln, denen solche Fonds in Deutschland unterliegen. So muss beispielsweise offengelegt werden, in welche Anlagen ein Fonds letztlich investiert hat.

Alternative ETFs

Die Alternative Nummer zwei sind ETFs. Im weitesten Sinne sind auch ETFs Fonds – sie werden allerdings gänzlich anders bewirtschaftet, wie ein klassischer Investmentfonds. Das wiederum bringt eine vollkommen andere Kostenstruktur für einen ETF mit. Während im Fall eines Fonds verschiedene Investments getätigt und so ein breites Portfolio aktiv aufgebaut wird, ist ein ETF eine passive Anlage. Denn ETFs bilden lediglich die Entwicklung eines Indexes ab.

Das bringt im Vergleich zu einem klassischen Investmentfonds tatsächlich noch einige Vorteile. Der wichtigste ist hier sicherlich die Rendite. In den meisten Fällen liegen die Gewinne aus einem ETF höher als die aus einem durchschnittlichen gemanagten Investmentfonds. Außerdem sind die Kosten für einen ETF deutlich niedriger – immerhin muss dieser nicht durchgehend verwaltet und bewirtschaftet werden.

ETFs handeln auf Plattformen

Je nach Anbieter gibt es auch Chancen, ETFs weitgehend kostenlos zu handeln. Ein solcher Anbieter ist beispielsweise die Trading Plattform eToro. Wer seine Finanzgeschäfte bislang am ehesten in die Hände eines Anlageberaters gelegt hat, stellt sich schnell die Frage: Ist eToro seriös? Natürlich lässt sich das eToro durch den Namen jeder beliebigen Online-Plattform ersetzen.

Tatsächlich ist bei der Auswahl der richtigen Trading-Plattform etwas Vorsicht geboten. Zu großen Anbietern wie eToro finden Sie zahlreiche Tests und Erfahrungsberichte im Internet. Andere kleinere Trading-Plattformen wurden bislang noch nicht unbedingt so stark unter die Lupe genommen. Sie sollten bei der Auswahl einer solchen Plattform auf jeden Fall auf einen Anbieter setzen, zu dem Sie ausreichend verschiedene Tests und Erfahrungsberichte finden können.

Fazit

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass klassische Investmentfonds im Vergleich zu ETFs teurer sind, was in den meisten Fällen zu einer niedrigeren Rendite im direkten Vergleich führt. Wer allerdings dennoch auf Fonds setzen möchte, bekommt damit immer noch eine deutlich lohnendere Geldanlage, als dies bei den meisten zinsbasierten Anlageformen der Fall wäre.

Foto: Lucky7trader via Twenty20

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