Abgesichert im Alter – Diese Möglichkeiten gibt es!

Oftmals reicht die gesetzliche Rente in Deutschland nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern. Daher sind viele künftige Rentner von Altersarmut bedroht, wobei zu dem besonders gefährdeten Personenkreis vor allem Frauen in Ostdeutschland zählen.

Auch eine eintretende Pflegebedürftigkeit kann zum finanziellen Desaster führen, sofern man im Alter nicht ausreichend abgesichert ist. Um hier erfolgreich entgegenzuwirken, sollte man sich frühzeitig um die Absicherung im Alter kümmern.

Für das Alter absichern

Wenn man über die Absicherung für das Alter nachdenkt, sollte man wissen, dass es die eine optimale Absicherung so gar nicht gibt. Hier sollte man immer auf eine Streuung der Geldanlagen achten. Wer nur auf eine einzige Geldanlage setzt, der muss immer bedenken, dass sich über einen wirklich langen Zeitraum von 40 oder sogar 50 Jahren vieles ändern kann.

Die Zinsen können sinken und auch die Börsen unterliegen zum Teil erheblichen Schwankungen. Aus diesem Grund sollte man immer auf unterschiedliche Anlageformen setzen. Wie diese Streuung aussehen kann, hängt sowohl von der finanziellen als auch von der beruflichen Situation ab.

Ein Beispiel: Zum einen zahlt man automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Darüber hinaus investiert man in einen Rentenfonds und in einen Bausparvertrag. Eine zusätzliche Lebensversicherung, die man sich im Alter von 50 Jahren auszahlen lässt, könnte ein weiterer Baustein sein.

Die Betriebsrente

Wenn es möglich ist, sollte man sich eine Betriebsrente durch den Arbeitgeber sichern, wobei grundsätzlich jeder Arbeitnehmer in Deutschland einen Anspruch auf diese Rentenform hat. Ein bestimmter Anteil des Bruttolohnes wird in die künftige Betriebsrente investiert. Bei Erreichen des Rentenalters hat der Arbeitnehmer dann eine zusätzliche Einnahmequelle. Wichtig: Nur wenn der Arbeitgeber selbst ein vernünftiges Rentenmodell anbietet, rechnet sich die Betriebsrente auch für Gering- bis Mittelverdiener.

Die staatlich geförderte Vorsorge

Hier unterscheidet man zwischen zwei Arten – der Riester-Rente sowie der Basis-Rente, besser bekannt unter der Bezeichnung Rürup-Rente.

Riester-Rente

Eingeführt wurde die Riester-Rente im Jahr 2002. Die Vorteile der Riester-Rente liegen darin, dass es Zulagen vom Staat gibt und darüber hinaus gegebenenfalls auch Steuervorteile. Zum Renteneintritt wird die Riester-Rente vollständig inklusive der staatlichen Zulagen ausgezahlt. Der Nachteil liegt hier darin, dass die ausgezahlte Rente danach voll steuerpflichtig wird. Experten sind überzeugt, dass viele private Anlagemöglichkeiten attraktiver sind.

Rürup-Rente (Basis-Rente)

Während sich die Riester-Rente vor allem an Beamte und Arbeitnehmer richtet, zielt die Rürup-Rente vor allem auch Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Doch es ist auch möglich, als Angestellter und Beamter einen solchen Vertrag abzuschließen. Eingeführt wurde Rürup 2015.

Kritik an den geförderten Renten-Modellen

So attraktiv diese beiden staatlich geförderten Möglichkeiten im ersten Moment auch erscheinen mögen, so umstritten sind sie aber auch. Inzwischen werden Expertenstimmen laut, die die Riester-Rente als ineffizient bezeichnen und deren Abschaffung fordern. Vielmehr fordern diese Ökonomen, dass es angebrachter sei, andere Formen der privaten Altersvorsorge zu fördern.

Das Wohneigentum erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit

In Deutschland gehört das Wohneigentum noch immer zu der beliebtesten Anlageform hinsichtlich der Altersvorsorge. Doch auch hier gilt es, einige Faktoren zu beachten.

Beim Kauf einer Immobilie ist die Lage entscheidend. Es ist selten empfehlenswert, eine Immobilie in einer Großstadt zu kaufen, weil hier die Preise längst viel zu hoch sind. Soll die Immobilie selbst bewohnt werden, oder soll sie vermietet werden? Finanzierungen mit einem hohen Eigenkapitalanteil sind immer zu bevorzugen. Auch beim Wohneigentum gilt es, so früh wie möglich zu investieren.

Sind Lebensversicherungen sinnvoll oder eher nicht?

Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Lebensversicherungen als Altersvorsorge kaum noch rentieren, und es gibt Experten, die sogar davor warnen, eine solche abzuschließen. Hauptgrund hierfür sind die gesenkten Garantiezinsen.

Dieser Garantiezins wird auch lediglich auf den Sparanteil der Beiträge gewährt. Damit ist der Inflationsausgleich klar gefährdet. Wenn es jedoch um die Absicherung der Familie geht, dann ist eine Lebensversicherung noch immer das geeignete Mittel.

Fonds und ETFs – hier gibt es höhere Renditen

Es ist auf jeden Fall eine Überlegung wert, einen Teil des Geldes in Anlageformen wie die Fonds oder ETFs zu investieren. Sie sind riskanter, aber dafür auch mitunter sehr viel gewinnbringender. Die Beliebtheit von Fonds steigt stetig.

Als Altersvorsorge können die Fonds durchaus rentabel sein. Auf einige Aspekte sollte man hierbei aber achten. Je langfristiger die Fonds angelegt sind, desto einfacher ist es, Kursschwankungen an der Börse auszusitzen, und desto rentabler sind Fonds als Altersvorsorge.

Insgesamt gab es mehrere Börsencrashs seit 1965. Trotzdem haben geduldige Anleger, die investiert geblieben sind, praktisch keine Verluste gemacht. Wichtig ist aber, niemals auf nur einen Fonds zu setzen, sondern hier muss beachtet werden, dass das Risiko breit gestreut wird. Besonders empfehlenswert als Langfristanlage sind ETFs aufgrund aufgrund günstigerer Kosten.

Außerdem sollte man mit Sparplänen arbeiten. Dort werden in regelmäßigen Abständen fest vereinbarte Beträge in eine Anlageform eingezahlt. Gemeinhin wird zwischen einem staatlich geförderten, einem Banken- und einem Fondssparplan unterschieden.

Die Unterschiede der Sparpläne

Staatliche geförderte Sparpläne: Riester- und Rürup-Renten gehören zu den staatlich geförderten Sparplänen.

Bankensparplan: Als sicherste Anlageform gilt der Bankensparplan, der aber zugleich nur wenig Rendite verspricht.

Fondssparplan: Ein Fonds- oder ETF-Sparplan bedeutet, dass man hier in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe auf dem Kapitalmarkt investiert. Hier profitiert man von den jeweiligen Kurssteigerungen, die oftmals mit hohen Renditen einhergehen. Allerdings muss man hier auch mit Verlusten rechnen. Die Kurse rutschen vorübergehend ins Minus. Daher ist es wichtig, diese Sparpläne über einen Zeitraum von mindestens 15 bis 20 Jahren anzulegen.

Foto: Vlad Sargu via unsplash.com

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