Bikefitting – Kosten & Wann es sich lohnt

Fahrradfahren ist so modern wie selten zuvor. Mehr als 81 Millionen Fahrräder sind offiziellen Angaben zur Folge auf Deutschlands Straßen unterwegs.

Damit steht faktisch jedem Bundesbürger ein Fahrrad zur Verfügung, wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (adfc) treffend feststellt. Damit ist das Fahrrad als Transportmittel nach wie vor auf Platz Eins in Deutschland. Dazu kommt, dass Fahrradfahren in der Corona-Pandemie wieder mehr in Mode gekommen ist. Viele Menschen konnten oder wollten in dieser schwierigen Zeit nicht in den Urlaub fahren.

Fahrrad fahren im Sommer

Also hat man sich aufgemacht, das Umland mit dem Zweirad zu erkunden. Dabei hat man nicht selten Facetten der eigenen Heimat entdeckt, die man vorher so noch gar nicht kannte. Tatsächlich ist gerade der Sommer in Deutschland eine wunderbare Zeit, um mit dem Fahrrad in die Natur aufzubrechen und dort manche schöne Stunde zu verbringen. Dazu kommt ein weiterer positiver Faktor, den viele inzwischen für sich entdeckt haben. Das Fahrradfahren stärkt das Herz-Kreislauf- und das Immunsystem und macht Sie einfach deutlich fitter.

Dabei ist es deutlich gelenkschonender als das Joggen – auch wenn beim Jogging die richtige Ausrüstung eine Menge Schäden vom Körper abwenden kann – und auf lange Sicht gesehen deutlich weniger kostspielig als ein Fitnessstudio. Bleibt die Frage, worauf Sie beim Radfahren achten sollten, damit es auf Dauer auch wirklich eine gesunde sportliche Alternative ist. Denn gerade bei einer Sportart wie dem Fahrradfahren kann es durch Fehlhaltung zu Schmerzen und Verspannungen im Nacken, Rücken und in anderen Körperregionen kommen.

Was ist Bikefitting?

An dieser Stelle kommt die Idee des Bikefittings ins Spiel. Wie in vielen anderen Fällen auch hat dieses Wort, das auf den ersten Blick englisch klingt, in der wörtlichen Übersetzung keine Bedeutung. Denn den Begriff „Bikefitting“ gibt es nur in Deutschland. Trotzdem lässt er sich aus der eigentlichen englischen Bedeutung der Worte Bike (Fahrrad) und fitting (passend zu / passend machen) ableiten.

Nice to know

Fitting wird zuweilen auch mit „Anprobe“ ins Deutsche übersetzt. Tatsächlich passt auch dieser Begriff hier sehr gut, denn es erfolgt eine Anprobe des Fahrrads mit anschließender Optimierung.

Mit Bikefitting ist das korrekte Einstellen des Fahrrads auf Ihre Größe und Ihre Bewegungsabläufe gemeint. Neben der einfachen Höheneinstellung von Sattel und Lenker geht es hier auch darum, welcher Sattel für Sie beispielsweise der beste ist. Je nach Körpergewicht und Gesäßform kann es sein, dass Sättel nach einer Weile Schmerzen beim Fahren bereiten. Andere Modelle passen besser zu Ihrem Gesäß und werden Ihnen dann im Rahmen eines Bikefitting empfohlen.

Im Endeffekt geht es hierbei um so etwas wie eine Fahrradinspektion, bei der das Fahrrad selbst auf Ihre persönlichen Bedürfnisse um- und eingestellt werden soll. Bei dieser Gelegenheit kann es vorkommen, dass neue Teile benötigt werden. Das muss aber nicht zwangsläufig sein. Manchmal reicht schon eine einfache Korrektur der gegebenen Einstellungen.

Warum ist Fitting sinnvoll?

Bevor wir uns näher mit den Bikefitting Kosten befassen wollen, stellt sich die Frage, warum so etwas wie ein Bikefitting wirklich sinnvoll ist. Da es sich hierbei um eine Analyse Ihrer Bewegungsabläufe und eine Optimierung Ihres Fahrrads eben auf diese Abläufe handelt, erzeugt ein solches Fitting in erster Linie eine höhere Leistung und mehr Fahrkomfort. Das kann beispielsweise dazu führen, dass Ihre Hände beim Fahrradfahren nicht mehr taub werden.

Oder das Sie nach dem Fahren auf einmal keine Unterleibsschmerzen mehr bekommen. Auch Ihr Rücken wird es Ihnen irgendwann einmal danken. Die Einstellungen des Experten sollen letztlich Verletzungen vorbeugen und das persönliche Wohlgefühl beim Radfahren stärken.

Bikefitting – diese Formen der Analyse gibt es

Im Bikefitting wird mit verschiedenen Arten der Analyse gearbeitet. Als Erstes machen viele Anbieter eine Art Fitnesscheck, um zu schauen, wie fit und beweglich Sie tatsächlich sind. Im Anschluss erfolgt dann die eigentliche Analyse. Hier gibt es verschiedene Herangehensweisen.

Die Bewegungsanalyse

Sie ist ein wichtiger Faktor im Bikefitting. Denn mithilfe der Bewegungsanalyse können konkrete Bewegungsmuster aufgenommen und untersucht werden. Basierend auf diesen Bewegungsmustern können dann Einstellungen an dem Rad vorgenommen werden, die letztlich Ihr Fahrrad an Ihre Bewegungsabläufe anpasst. So soll erreicht werden, dass Mensch und Maschine am Ende so weit wie möglich eine Einheit ergeben.

Die Sitzpositionsanalyse

Bei dieser Analyse wird, wie der Name schon sagt, Ihre Sitzposition auf dem Rad genauer unter die Lupe genommen. Dabei geht es um Fragen der Haltung und des festen Sitzes auf dem Sattel. Nach der Sitzpositionsanalyse können Ihnen die Experten im Fahrradfachhandel auch erläutern, was Sie eventuell anders machen müssen. Sowohl was die Einstellung an Sattel und Lenker angeht, als auch was Ihre Sitzhaltung insgesamt betrifft.

Wann sollte ich zum Bikefitting?

Ein klares Anzeichen dafür, dass Sie möglichst zeitnah einen Termin für ein Bikefitting in Köln oder Ihrer Heimatstadt vereinbaren sollten, sind Schmerzen nach dem Fahrradfahren. Dabei müssen Sie eindeutig unterscheiden zwischen Muskelkater und Schmerzen, die durch eine falsche Sitzposition, eine falsche Haltung oder eben anderweitige falsche Einstellungen an Ihrem Rad verursacht werden.

Im Zweifel kann Ihnen der Experte im Fahrradfachhandel genauere Auskunft dazu geben, ob sich Ihre Schmerzen eher auf einen Muskelkater oder eben auf eine Fehlbelastung durch eine falsche Sitzposition auf dem Bike oder durch falsche Einstellungen an Lenker und Sattel zurückführen lassen.

Was kostet Bikefiting?

Die konkreten Kosten eines solchen Bikefittings sind von mehreren Faktoren abhängig. Da wäre einmal natürlich der Anbieter selbst. Jeder Anbieter hat dabei seine eigenen Preise, die teilweise stark voneinander abweichen können. Es kann sich also durchaus lohnen, auch mal in den Preisvergleich zu gehen.

Dann wäre da die tatsächliche Arbeitszeit. Ein Bikefitting dauert in der Regel 2 bis 3 Stunden. Dafür wurde es dann aber auch richtig und umfassend gemacht. Dabei wird auch direkt geprüft, ob irgendwelche wichtigen Teile defekt sind oder eben neue Teile, wie beispielsweise ein neuer und optimierter Sattel benötigt werden.

Die Frage, ob Teile benötigt werden und wenn ja, welche und wie viele hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Gesamtkosten des Bikefittings. Die Kosten für das eigentliche Fitting – also ohne die Teile die zusätzlich bestellt und verbaut werden müssten – liegen bei 200 bis 300 Euro. Immer ausgegangen von einem Zeitaufwand von 2 bis 3 Stunden. Grundsätzlich können Sie für ein solches Bikefitting mit Kosten von rund 100 Euro pro Stunde rechnen.

Fazit

Auf den ersten Blick könnte man tatsächlich meinen, hier hätte einfach nur mal wieder eine neue Modetorheit zugeschlagen. Bikefitting klingt für die meisten Nutzer erst einmal alles andere als vertraut. Das sollten Sie aber dringend ändern – denn gerade wenn Sie Schmerzen beim Fahrradfahren haben oder wenn Sie Ihre Bewegungsabläufe optimieren wollen, ist Bikefitting genau die richtige Lösung für Sie.

 

Foto: monkeybusiness via Envato

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