Was kostet Zahnersatz – Arten & Kosten erklärt

Zahnersatz beschreibt, wie der Wortlaut bereits vermuten lässt, einen Weg bzw. eine Lösung, falls ein oder mehrere Zähne fehlen bzw. ersetzt werden sollen. Zahnersatz in der traditionellsten Form ist der herausnehmbare Zahnersatz.

Hierunter sind ganz allgemein Prothesen zu verstehen, die man je nach Bedarf einsetzen und herausnehmen kann. Auf der anderen Seite gibt es feste Zahnersatz-Lösungen, welche nicht herausnehmbar sind und im Mundraum verankert bleiben. Beide Arten haben situative Voraussetzungen, Vorteile und Nachteile als auch eine bedingte medizinische Notwendigkeit, welche individuell festzustellen ist. Die Kosten variieren von Lösung zu Lösung ebenso beachtlich.

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Kosten für einzelne Zahnersatz-Lösungen

Die Kosten für die  einzelnen Lösungen sind sehr unterschiedlich und rangieren von Hunderten von Euro bis Tausenden von Euro – je nach Art, Material, Ort und Honorar des Zahnarztes. Als Verallgemeinerung bzw. ersten Einblick in die Kosten, welche Sie im Durchschnitt erwarten können, dient die nächstfolgende Kostenauflistung, welche wir für Sie zusammengestellt haben.

Diese Auflistung ist deutschen Honoraren für Zahnärzte zugeschnitten und umfasst nicht den Anteil, welche die gesetzliche Krankenkasse hinzuzählt. Generell muss angemerkt werden, dass die Preis-Variabilität auch innerhalb Deutschlands regional unterschiedlich ist. Spitzenreiter ist hierbei München, Schlusslicht ist Magdeburg.

Prothesen – Arten und Kosten

Teilprothesen

Diese Variante ist die wahrscheinlich bekannteste Form von Zahnersatz. Hier wird zwischen Teilprothesen und Vollprothesen unterschieden. Teilprothesen ersetzen eine größere Zahnlücke im Gebiss und sind vor allem geeignet, wenn sich noch entsprechend genug Zähne im Mundraum der Person befinden.

Klammerprothesen

Klammerprothesen sind die einfachste Variante von Teilprothesen, welche mit einer Art von Klammer die Zähne umschließen.  Optisch eher unbefriedigend, eignen sich Klammerprothesen eher als Zwischenlösung bis zum Einsatz anderer Prothesen oder bis zum Einsatz von festsitzendem Zahnersatz wie Implantaten.

Kosten: Etwas teurer als die nachfolgenden Teleskopprothesen, der Preisbereich liegt zwischen 600 und 900 €.

Teleskopprothesen

Viele Patienten entscheiden sich für herausnehmbaren Zahnersatz, weil es die preiswerteste Variante ist und keinen chirurgischen Eingriff erfordert. Diese Variante erinnert an ein Teleskop, da ein beweglicher Teil zwei unbewegliche Teile verbindet. Sie ist optisch schöner als eine Klammerprothese und besitzt eine bessere Stabilität als dieselbe. Grundsätzlich unterstützen Krankenkassen diese Behandlungen – mehr dazu weiter unten.

Kosten: Die Kosten für eine Teleskopprothese betragen in der Regel 600 bis 800 €.

Vollprothesen

Bei einem zahnlosen Kiefer sind Vollprothesen die gängige und medizinische sinnvollste Lösung. Umgangssprachlich auch als „Gebiss“ bezeichnet,  besteht die Prothese aus Kunststoff, welcher dem Zahnfleisch in Form und Farbe ähneln soll. Kunststoffzähne werden anstatt der fehlenden Zähne gesetzt. Die Prothese liegt am Gaumen und bekommt Ihren festen Halt über Saugkräfte, welche durch Ventilfunktionen und Speichelflüssigkeit im Mundraum bestehen bleibt.

Kosten: Pro Kiefer (Ober- und Unterkiefer) ist eine Vollprothese in einem preislich akzeptablen Rahmen von 500 bis 1000 € angesiedelt.

Festsitzender Zahnersatz – Arten und Kosten

Das Gegenteil zu herausnehmbarem Zahnersatz ist der festsitzende Zahnersatz. Hier werden allgemein Brücken, Kronen und Implantate verwendet, welche permanent im Mundraum verankert sind und nicht entfernt werden können bzw. müssen. Diese Variante hat in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich an Popularität gewonnen.

Brücken

Eine Brücke, wie der Name bereits sagt, überbrückt eine Zahnlücke, welche mindestens drei hintereinander fehlende Zähne umfasst. Der Einsatz bei zwei hintereinander fehlenden Zähnen ist ebenso möglich, wird aber eher mit Implantaten gehandhabt. Die Kau-Funktion des Gebisses wird erneuert, und die Brücke stellt die Optik des Gebisses wieder her. Praktisch sind Zahnbrücken für eine größere Lücke, da die Behandlung einfacher und schneller vonstattengeht als mit dem Einsatz von multiplen Implantaten.

Kosten: Der bewährte Klassiker ist die Brückenversorgung mit drei Gliedern. Die Kosten hängen grundsätzlich vom verwendeten Material ab. Bei Keramik-Brücken mit drei Gliedern ist mit 1500 bis 2000 € zu rechnen. Bei Gold-Brücken hingegen ist der Preis bei 2300 bis ungefähr 2800 € angesiedelt. Zirkon-Brücken bewegen sich in der Preisspanne von 2600 bis 3000 €.

Kronen

Zahnkronen beschreiben den oberen Teil der Zähne, da sie durch ihre Form einer Krone ähneln. Es gibt auch künstliche Kronen, welche in vielen Fällen eingesetzt werden müssen, wenn die natürliche Krone geschädigt ist. Der Ersatz ist eine medizinische Notwendigkeit, da der Zahn eventuell abbrechen kann. Zusätzlich kann es sonst zu einer Wurzelentzündung oder anderen Zahnkrankheiten kommen wie etwa Fistel, Zahnfleischentzündungen und fortschreitende Karies. Auch bei Unfällen werden Kronen benutzt, um den ab- bzw. angebrochenen Zahn zu reparieren und den Rest zu schützen.

Kosten: Eine einzelne Krone dürfte Sie nach deutschem Durchschnitt etwa 600 bis 1300 € kosten. Eine Vollkeramikkrone kostet durchschnittlich zwischen 700 und 1000 €, die nicht mehr so geläufige Goldkrone kostet 900 bis 1300 €.

Implantate

Zahnimplantate in ihrer einfachsten Form sind künstliche Zahnwurzeln. Diese werden in den Kiefer implantiert und sollen einen fehlenden, geschädigten oder bereits abgestorbenen Zahn substituieren. Implantate gibt es aus Titan und Keramik (auch als Zirkoniumdioxid-Implantate bezeichnet). Eine ganz gesonderte Form sind Mini-Implantate, welche als kompakte Interimslösung für schwer zugängliche Stellen gedacht ist. Titan hält länger, wird aber öfters abgestoßen. Keramik ist optisch kaum von Echt-Zähnen zu unterscheiden, aber dafür deutlich brüchiger und kurzlebiger als der feste Gegenpart.

Kosten: Implantate sind die teuerste Zahnersatz-Variante, welche Ihnen zur Verfügung steht. Ein einzelnes Implantat rangiert von 1800 bis beachtlichen 3500 €. Diese weite Diskrepanz ergibt sich aus den Materialien, welche verwendet werden, und den individuell notwendigen Behandlungsschritten, welche von Patient zu Patient variieren.

Zusatzkosten: die Kosten für ein Implantat schießen weiter in die Höhe, wenn ein Knochenaufbau benötigt wird, damit das Implantat überhaupt im Kiefer gebohrt werden kann. Hier können Sie Ihrer Rechnung ein nettes Sümmchen von 1200 bis 3000 € hinzufügen, je nach Art und Ausprägung des Knochenschwunds. Dr. Zahn hat untersucht, wie man trotz schwacher Knochen Implantate einbauen kann.

Kostenübernahme geringfügig möglich

Solche Leistungen wie hier beschrieben, die über die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung (als „GKV“ bezeichnet) hinausragen, werden nach der Gebührenordnung der Zahnärzte (als „GOZ“ bezeichnet) gehandhabt.

Der Patient erhält nur einen entsprechenden Festzuschuss von der geetzlichen Krankenversicherung, den Rest müsste er selber zahlen. Der Festzuschuss kann sich in individuellen Fällen um bis zu 30 % erhöhen, wenn der Betroffene ein Bonusheft mitführt, mit welchem er belegen kann, dass reguläre Kontrollen beim Zahnarzt absolviert wurden.

Es existiert auch eine Härtefallregelung, welche den Zuschuss verdoppelt. Informieren Sie sich beim Zahnarzt Ihres Vertrauens über die Kostenübernahme und individuelle Behandlungsmöglichkeiten.

Nützliche und überraschende Kostenvergleiche in vielen anderen Bereichen können Sie hier aufrufen.

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