Die Kosten für ein Kind bis zum 18. Lebensjahr

Wie hoch sind die Kosten für ein Kind? Eine Frage, die vergleichsweise schwierig und erst recht nicht allgemein gültig zu beantworten ist. Dieser Ratgeber gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Zum einen gestalten Eltern die Kosten für ihr Kind durch zahlreiche Kaufentscheidungen selbst aktiv mit. Zum anderen ist ein Kind im Leben seiner Eltern eine solche Kostbarkeit, dass diese sich über die Frage nach den Kosten für ein Kind oftmals gar keine Gedanken machen. Zumal Bildung die mit Abstand beste Investition in unsere Kinder ist.

Ein Kind kostet bis zur Volljährigkeit genauso viel wie ein kleines Einfamilienhaus. Diese Erkenntnis hält sich schon seit Jahrzehnten. Die Preise von Einfamilienhäusern haben sich im Laufe der Zeit deutlich erhöht. Doch auch die Lebenshaltungskosten sind in den letzten zwanzig Jahren nicht gesunken. Bleibt die Frage, ob man diese alte Volksweisheit mit etwas mehr Leben füllen kann. Tatsächlich gibt es konkrete Durchschnittswerte, mit welchen Kosten Eltern für ihre Kinder im Laufe der ersten 18 Lebensjahre zu rechnen haben.

Die Kosten für Kinder beginnen mit der Babyausstattung

Die Kosten hängen dabei von verschiedenen Faktoren ab. Die Wahl der Kleidung, der Nahrung und der Babyerstausstattung spielen schon in ganz jungen Jahren bei der Kostengestaltung eine wichtige Rolle. So lassen sich gerade bei der Auswahl der Babyerstausstattung, der Windeln und anderer wichtiger Dinge in den ersten Lebensjahren einige Kosten einsparen.

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Die Frage, was ein Kind wirklich kostet, sollten sich Eltern mit konkretem Kinderwunsch auf jeden Fall einmal gestellt haben. In den meisten Fällen wird es Mittel und Wege geben, diese Kosten aufzubringen. Doch es ist immer sinnvoll, sich vor Entscheidungen von so großer Tragweite einmal auch mit dem finanziellen Aspekt zu befassen. Denn nach der Entscheidung für ein Kind stehen diverse Entscheidungen beruflicher Natur an.

Wird ein Elternteil im Beruf kürzertreten? Und falls ja, für welchen Zeitraum? Ist es vielleicht sogar der Wunsch eines Elternteils, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten für einen längeren Zeitraum ausschließlich für das Kind da zu sein? Bei all diesen Fragen ist es wichtig zu wissen, mit welchen Kosten Sie in den kommenden Jahren rechnen müssen.

Die folgenden Berechnungen stammen aus einer Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes und sind nah am durchschnittlichen Verbraucherverhalten gehalten.

Das kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr insgesamt

Als das statische Bundesamt der Frage: „Wie viel kosten Kinder?“, nachgegangen ist, hat es die Kosten in drei verschiedene Zeiträume aufgeteilt. Hier wird unterschieden zwischen den Zeiträumen:

  • 0 – 5 Jahre
  • 6 – 11 Jahre
  • 12 – 18 Jahre

Insgesamt kommt das Statistische Bundesamt dabei auf Kosten in Höhe von rund 131.000 Euro. Eingerechnet sind hier die Kosten für Nahrung, Unterkunft, Kleidung und Artikel für die Körperpflege sowie normale Unterhaltungskosten.

Das kostet ein Kind bis zum 6. Lebensjahr

Eltern werden schnell feststellen, dass die monatlichen Lebenshaltungskosten für ein Kind mit jedem Lebensjahr ansteigen. Anfangs sind diese noch vergleichsweise gering und können von Eltern sehr stark beeinflusst werden. Im ersten Lebensjahr hat beispielsweise die Frage, ob eine Mutter stillt oder ob Milchnahrung gefüttert wird, erheblichen Einfluss auf die tatsächlichen Kosten.

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Im Schnitt kostet ein Kind in den ersten 6 Lebensjahren 519 Euro pro Monat – also 6.228 Euro im Jahr. Der wichtigste Kostenfaktor in diesem Zeitraum dürfte die Kleidung sein. Da Kinder vor allem in diesen Jahren sehr schnell wachsen, sind hier regelmäßig neue Kleidungsstücke und Schuhe notwendig – teilweise in einer Jahreszeit in zwei oder mehr verschiedenen Größen.

Nicht in der Berechnung enthalten sind Kosten für eine Babyerstausstattung, für Urlaube mit den Kindern oder für die Betreuung des Kindes. Gerade diese Kostenpunkte sind aber noch einmal besonders hoch. Eine Babyerstausstattung kann schnell mehrere Tausend Euro kosten.

Der Faktor Betreuungskosten lässt sich nicht klar festlegen

Die Betreuungskosten sind von den jeweiligen Kostensatzungen der Kommunen abhängig und orientieren sich in der Regel am Einkommen der Eltern. Hier kann man allerdings festhalten, dass die Kosten bei Kindern unter 2 Jahren erheblich über den Beiträgen für ältere Kinder liegen. Ein echter Durchschnittswert lässt sich hier nur schwer ermitteln, da in vielen Kommunen erst ab einem Jahreseinkommen von 20.000 Euro überhaupt eine Betreuungsgebühr erhoben wird.

Diese ist dann oftmals gestaffelt nach dem Einkommen und der gewünschten Betreuungszeit (bis zu maximal 45 Stunden in der Woche). Solche Kosten können zwischen 65 Euro und 900 Euro im Monat liegen. In manchen Kommunen auch noch höher. Da lohnt sich vor einer Entscheidung für eine Betreuungsvariante ein Blick in die örtlichen Beitragssatzungen.

Das kostet ein Kind bis zum 12. Lebensjahr

Die Schule beginnt und mit ihr kommen neue Kostenfaktoren hinzu. In dieser Zeit werden die Portionen auf dem Teller langsam größer, die Kleidung wird oftmals teurer, und die Wünsche nach bestimmten Markenprodukten werden lauter. In manchen Familien haben die Kinder auch bereits ein Handy oder ein vergleichbares Kommunikationsmittel.

So langsam endet jetzt auch die Zeit, in der Eltern von Geschenken von Freunden und Verwandten profitieren. Bekommen Eltern gerade in den ersten Lebensjahren oftmals noch gebrauchte Kleidung, Spielsachen und andere Dinge geschenkt, hören diese Zuwendungen spätestens nach der Einschulung nach und nach auf.

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Dabei ist gerade der Faktor Schule ab dem 6. Lebensjahr ein neuer bedeutsamer Kostenfaktor. Die Erstausstattung für die Schule kostet schnell mehrere Hundert Euro. Dazu kommt ein neuer fortlaufender Posten für Schulhefte, Stifte, Bücher und anderes notwendiges Material. In diesen Lebensabschnitt fallen auch oftmals zusätzliche medizinische Kosten. Werden beispielsweise Hilfsmittel zur Korrektur einer Zahnfehlstellung benötigt, müssen Eltern sich auch an den Kosten einer Zahnspange beteiligen.

Laut statischem Bundesamt kommen in dieser Lebensphase monatlich Kosten in Höhe von etwa 604 Euro auf Eltern zu. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich hier ein Kostenfaktor von rund 7.248 Euro.

Einen erneuten Anstieg muss man gerade in dieser Zeit auch bei den Preisen für Urlaubsreisen in Kauf nehmen. Da Eltern jetzt an die Ferien gebunden sind, steigen die Kosten für den Urlaub teilweise auf das Doppelte im Vergleich zum Urlaub in der Vorsaison an. So kann ein Familienurlaub in einem Hotel in den Sommerferien schnell 4.000 Euro und mehr kosten. Diese Kosten sind in der Berechnung des Statistischen Bundesamtes nicht enthalten.

Das kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr

Bei vielen Kindern setzt in der Zeit ab 12 die Pubertät ein – andere sind zu diesem Zeitpunkt schon mitten drin. Mit dem wachsenden Interesse an Aussehen und Trends steigen auch die Unterhaltskosten für ein Kind immer weiter an. In dieser Zeit rechnet das Statistische Bundesamt mit Kosten in Höhe von rund 700 Euro im Monat. Auf das Jahr betrachtet wird hier ein Kostenfaktor von 8.400 Euro erreicht. Und da sind mögliche Kosten für Nachhilfe, etwa in Latein, noch  nicht berücksichtigt.

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Der wichtigste und größte Posten in diesem Zeitraum dürfte im Bereich der Unterhaltung und der Freizeitgestaltung liegen. Auch die nicht in der Berechnung des Statistischen Bundesamtes enthaltenen Kosten für einen gemeinsamen Familienurlaub steigen durch den Wegfall von Kinderfestpreisen ab dem 13. Lebensjahr noch einmal an.

Wie viel kostet ein Kind im Verlauf der ersten 18 Jahre?

Bei der Frage, wie teuer ein Kind ist, muss man mit einer fortlaufenden Steigerung der Kosten mit zunehmendem Alter rechnen. Vor allem Bildung wird da immer wichtiger, insbesondere ab der 5. Klasse, sobald eine weiter führende Schule besucht wird. Dabei kann man zusammenfassend die folgenden Summen festhalten:

  • 0 – 6 Jahre: 519 Euro im Monat und 6.228 Euro im Jahr (37.368 Euro in sechs Jahren)
  • 6 – 12 Jahre: 604Euro im Monat und 7.248 Euro im Jahr (43.488 Euro in sechs Jahren)
  • 12 – 18 Jahre: 700 Euro im Monat und 8.400 Euro im Jahr (50.400 Euro in sechs Jahren)

Insgesamt ergeben sich damit Kosten in Höhe von rund 131.000 Euro pro Kind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.

Diese staatliche Unterstützung gibt es

Diese Kosten müssen Eltern allerdings nicht allein tragen. Denn einen Teil davon erhalten Sie vonseiten des Staates als Unterstützung. So beläuft sich aktuell (Stand: August 2020) das staatliche Kindergeld, das jedem Kind in Deutschland zusteht, auf 204 Euro monatlich für das erste und das zweite Kind. Das dritte Kind hat Anspruch auf 210 Euro Kindergeld. Jedes weitere Kind erhält monatlich 235 Euro Kindergeld. Ab dem Jahr 2021 soll das Kindergeld weiter ansteigen.

Darüber hinaus können Familien mit einem geringen Einkommen durch weitere finanzielle Hilfen wie Wohngeld oder Hartz-IV-Leistungen entlastet werden. Eine weitere gute Nachricht gibt es für Eltern mit mehr als einem Kind. Denn durch die Möglichkeit Kleidung, Möbelstücke und andere Dinge bei einem zweiten Kind weiter zu verwenden, reduzieren sich hier die monatlichen Kosten teilweise erheblich.

Fazit: Wie teuer ist ein Kind bis zum 18. Lebensjahr?

Das Sprichwort, dass ein Kind so teuer ist wie ein kleines Einfamilienhaus, trifft heute schon lange nicht mehr in jeder Region Deutschlands zu. Trotzdem muss man festhalten, dass Kinder einen ziemlichen Berg an Kosten verursachen. Wie hoch diese genau sind, ist auch vom Konsumverhalten der Eltern abhängig.

 

Anmerkung der Redaktion: Der Autor dieses Textes ist kein Steuerberater und auch kein Rechtsanwalt, sondern Wirtschafts- und Finanzjournalist. Finanzjournalisten ist rechts- und steuerberatende Tätigkeit per Gesetz untersagt. Der Text dient lediglich der Information von Steuerzahlern und (angehenden) Bauherren oder Immobilienkäufern. Eine Beratung oder gar konkrete Empfehlungen enthält der Text nicht. Diese sind auch nicht beabsichtigt. Obwohl die für den Text verwendeten Quellen als zuverlässig gelten, wird keine Garantie für die Richtigkeit übernommen. Die Ausführungen und Erklärung können und sollen das Gespräch mit einem Steuerberater und/oder Rechtsanwalt nicht ersetzen.

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