Was kostet Nachhilfe?

Nachhilfeunterricht kostet zwischen acht und vierzig Euro pro Stunde. Foto: © Jacob Lund / stock adobe

Schwierigkeiten in der Schule treten durch Krankheit, einen Schulwechsel, Mobbing, eine falsche Schulwahl oder Probleme in der Familie auf. Zudem können Konzentrationsstörungen, eine Dyskalkulie (Rechenschwäche) oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (Dyslexie) für das Schulversagen verantwortlich sein. In der Folge passt das Lerntempo Ihres Kindes nicht zum Unterricht und es scheitert. Suchen Sie zunächst gemeinsam mit den Lehrern und einem Schulpsychologen nach den Ursachen. Zusätzlich unterstützt privater oder kommerzieller Nachhilfeunterricht Ihr Kind dabei, Wissenslücken zu schließen und den Anschluss wiederzufinden. Doch was kostet Nachhilfe?

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten für Nachhilfe?

Wie viel Geld Sie für Nachhilfe aufbringen müssen, hängt davon ab, ob Sie diese privat organisieren oder Ihr Kind in die Hände kommerzieller Anbieter geben. Zudem spielt eine Rolle, ob der Nachhilfelehrer Ihr Kind einzeln oder in einer Gruppe unterrichtet und welche Qualifikationen er besitzt. Soll es ein ausgebildeter Lehrer, ein Student oder ein Schüler sein, der Ihr Kind dabei unterstützt, Wissenslücken zu schließen? Im besten Fall vermittelt er Ihrem Kind beispielsweise bei der Deutsch-, Fremdsprachen- oder Mathe-Nachhilfe Arbeitstechniken, damit es künftig allein zurechtkommt.

Weitere Faktoren, die die Kosten für Nachhilfe beeinflussen, sind die Klassenstufe sowie die Dauer und Häufigkeit des Nachhilfeunterrichts.

Was kostet private Nachhilfe pro Stunde?

Soll Ihrem Kind eine Privatperson helfen, den Anschluss wiederzufinden, ist Ihnen eine geeignete Person oft schon bekannt. Denn möglicherweise befindet sich im Freundeskreis ein Schüler, dem das Lernen keine Schwierigkeiten bereitet und der Taschengeld gut gebrauchen kann. Sehen Sie sich auch im Freundeskreis älterer Geschwister um. Weitere Möglichkeiten, einen privaten Nachhilfelehrer zu finden, sind Aushänge in der Schule, im Sportverein oder im Supermarkt. Zudem kann ein Inserat auf regionalen Online-Plattformen Sie zum Ziel führen.

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Wie viel Sie dem privaten Nachhilfelehrer bezahlen, hängt von Ihrem Verhandlungsgeschick ab. Es gilt jedoch, dass Sie einer höher qualifizierten Person mit pädagogischer Erfahrung, Verlässlichkeit und Kontinuität mehr zahlen als einem mit Ihrem Kind gleichaltrigen Schüler. Die Preise für eine Stunde Nachhilfeunterricht liegen zwischen fünfzehn und dreißig Euro. Verträge zwischen Privatpersonen sind nicht üblich. Hier gilt das Wort. Gezahlt wird nach Vereinbarung, etwa nach jeder Nachhilfestunde, nach einer Woche oder einem Monat.

Was kostet Nachhilfe bei einem Nachhilfeinstitut?

Bei einem privaten Nachhilfelehrer sind Sie flexibel bei der Terminwahl. Anders sieht es bei einem kommerziellen Anbieter aus, denn Nachhilfeinstitute arbeiten mit festen Strukturen und Verträgen. Die Kosten hängen davon ab, ob Sie sich für Einzel- oder Gruppenunterricht entscheiden.

Für Nachhilfeunterricht in der Gruppe zahlen Sie acht bis 15 EUR pro Stunde. Einzelunterricht ist mit zwanzig bis vierzig deutlich teurer.

Was kostet Online-Nachhilfe?

Bei kommerziellen Anbietern können Sie den Einzelunterricht – vereinzelt auch den Gruppenunterricht – als Online-Nachhilfeunterricht buchen. Dafür zahlen Sie pro Unterrichtsstunde (oder Einheit) 19 bis 20 Euro.

Nehmen Sie die Hilfe kommerzieller Anbieter in Anspruch, sind Sie bei der Zahlung weniger flexibel als bei einem privaten Anbieter. Bei Nachhilfeinstituten buchen Sie den Unterricht in Stundenpaketen oder schließen ein Monatsabo ab, das Sie monatlich bezahlen. Institute haben oft lange Bindungsfristen, bieten jedoch die Sicherheit, dass bei Krankheit des Nachhilfelehrers eine Ersatzkraft einspringt.

Wer übernimmt die Kosten für Nachhilfe?

Im Regelfall übernehmen die Eltern die Kosten für den Nachhilfeunterricht, notfalls durch die Aufnahme eines Kredits. Doch was geschieht, wenn diese das Geld für einen notwendigen Nachhilfeunterricht auch mit diesem nicht aufbringen können? In diesem Fall können die Eltern finanzielle Unterstützung über das BuT (Bildungs- und Teilhabepaket) erhalten. Damit das Kind das Recht auf die Förderung erhält, braucht es eine Bescheinigung des Lehrers. Die Versetzung muss für die Lernförderung nicht zwingend gefährdet sein.

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Braucht Ihr Kind eine Lernförderung, die Schule kann diese aber nicht in ausreichendem Umfang bieten, können Sie Ihrem Kind einen Nachhilfeunterricht außerhalb der Schule organisieren. Voraussetzung ist, dass dieser so qualifiziert ist, dass das Kind das Lernziel erreichen kann.

Zudem bieten Schulen selbst Lernförderung oder Hausaufgabenhilfe an. Betreuer sind oft ehrenamtliche Personen, oft aber auch pädagogische Fachkräfte. Ähnliche Angebote gibt es in vielen Städten in sozialen Einrichtungen oder in Jugend- oder Quartierszentren.

Wenden Sie sich bei Bedarf an die Lehrer Ihres Kindes oder erkundigen Sie sich bei den Ämtern in Ihrer Region (Sozialamt, Jugendamt, Arbeitsamt).

Lohnt sich Nachhilfe trotz der Kosten?

Leidet Ihr Kind dauerhaft unter negativem Stress, weil es im Unterricht nicht mitkommt, kann es krank werden und sein Selbstbewusstsein nimmt Schaden. Diese Faktoren begünstigen jedoch weiteres Schulversagen. Deshalb ist eine Lernförderung in Form von Nachhilfeunterricht trotz der Kosten immer lohnenswert. Oft ist es auch nur eine Phase von wenigen Monaten, in der Ihr Kind mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Möglicherweise hat es auch das Lernen nicht gelernt. Mit Nachhilfeunterricht können Sie den Druck von den Schultern Ihres Kindes nehmen. In diesem Fall ist es nicht richtig, abzuwarten, da sich die Lücken vergrößern. Das Kind schafft es möglicherweise nicht mehr, den Schulstoff eigenständig nachzuholen. Muss es deshalb das Schuljahr wiederholen, kann das an seinem Selbstbewusstsein nagen. Es ist frustriert und entmutigt.

Fazit

Nachhilfeunterricht kostet zwischen acht und vierzig Euro pro Stunde. Die Höhe der Kosten hängt in erster Linie davon ab, wie qualifiziert die Lehrkraft ist und ob der Unterricht in der Gruppe oder im Einzelunterricht stattfindet. Ein Schüler verlangt weniger Geld als ein Student oder ein ausgebildeter Pädagoge. Obgleich die Kosten hoch sind, sollten Sie Ihrem Kind den Nachhilfeunterricht nicht verwehren, wenn es Unterstützung benötigt. Reicht das Einkommen nicht aus, wenden Sie sich an die Schule oder an andere staatliche Stellen.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).