Was kostet ein Ernährungsberater?

Manche Menschen benötigen eine Ernährungsberatung. Foto © Kittiphan stock adobe
Manche Menschen benötigen eine Ernährungsberatung. Foto © Kittiphan stock adobe

„Eure Nahrungsmittel sollen Eure Heilmittel sein“ – vermittelte im Altertum der griechische Arzt und Lehrer Hippokrates von Kos seinen Schülern. Warum er mit seiner Lehre ins Schwarze traf, zeigt der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit.

Eine ungesunde, zucker- und fettreiche Ernährungsweise begünstigt Erkrankungen wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Übergewicht. Obwohl die Relevanz einer gesunden Ernährung allgemein bekannt ist, fällt sie vielen Menschen schwer.

Ein Ernährungsberater unterstützt und coacht seine Klienten. Er erklärt ihnen ernährungsphysiologische Zusammenhänge und gibt Tipps zum Essverhalten. Zusammen mit ihnen erstellt er auf Wunsch einen individuellen Ernährungsplan.

Was ist ein Ernährungsberater?

Suchen Menschen zu einem bestimmten Thema Rat, wenden sich diese an einen Experten. Bei Fragen rund um die Ernährung ist der Ernährungsberater der richtige Ansprechpartner.

Dieser Weiterbildungsberuf braucht aus rechtlicher Sicht keine spezifische Vorbildung. Die Bildungsträger entscheiden darüber, welche Zugangskriterien für die Weiterbildungsteilnehmer gelten.

Um ihre Leistungen bei den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu können, bieten Ernährungsberater die primärpräventive Ernährungsberatung an. Bevor sie die Kenntnisse dazu in einer Weiterbildung erhalten, absolvieren sie zunächst die Ausbildung zum Diätassistenten. Alternativ dient als Weiterbildungsgrundlage ein Studium im Bereich Ernährungswissenschaften.

Keine geschützte Berufsbezeichnung

„Ernährungsberater“ ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Demzufolge dürfen sich auch Personen, die ihre Kenntnisse auf anderen Wegen erhielten, Ernährungsberater nennen. Den unterschiedlichen Qualifikationen entsprechend unterscheiden sich die Angebote qualitativ stark voneinander.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Ernährungsberatung um ein Einzel- oder Gruppencoaching zu ernährungsspezifischen Themen. Der Ernährungsberater erklärt seinen Klienten:

  • welche Krankheiten mit ungesunder Ernährung in Zusammenhang stehen können,
  • welche Nahrungsmittel Zucker, Fett oder „schlechtes“ Cholesterin enthalten,
  • wie eine vitaminschonende Nahrungszubereitung gelingt,
  • welche Lebensmittel bei bestimmten Allergien ungünstig sind.
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Im Rahmen der Primärprävention beugt die Ernährungsberatung einer Fehl- oder Mangelernährung vor.

Manche Ernährungsberater geben einen Einblick in die Struktur, Zusammensetzung und Herstellung von Lebensmitteln. Auf Wunsch analysieren sie das Essverhalten ihrer Klienten und leiten zu einer Veränderung an.

Die Themenschwerpunkte einer Beratung können sich auf weitere Gebiete erstrecken:

  • Körperbewusstsein
  • Sport
  • allgemeine Lebensführung

Im Gegensatz zu einem Diättherapeuten richtet sich das Angebot eines Ernährungsberaters hauptsächlich an gesunde Menschen, deren Ziel es ist, ernährungsbedingten Krankheiten vorzubeugen.

Wann brauche ich einen Ernährungsberater?

Eine Ernährungsberatung wendet sich an Personen, die sich in besonderen Lebensumständen befinden. Dazu gehören:

  • Sportler
  • Schwangere
  • Veganer und Vegetarier
  • Menschen mit Risikofaktoren (Beispiel: Übergewicht)

Beginnen Hobbysportler mit dem regelmäßigen Training im Fitnessstudio, bietet sich ergänzend eine Ernährungsberatung an. Hier erfahren trainierende Menschen, welche Nahrungsmittel zum Gewichtsverlust oder zum Muskelaufbau beitragen. Professionelle Sportler nutzen die Ernährungsberatung, um die körperlichen Leistungen mit einer veränderten Ernährungsweise positiv zu beeinflussen.

Erwartet eine Frau ein Kind, verändert sich der Nährstoffbedarf sowie ab dem zweiten Trimester auch der Kalorienbedarf. Um das Ungeborene zu schützen, informieren sich Schwangere in der Ernährungsberatung, welche Lebensmittel ihnen in dieser Lebenssituation guttun. Sie erhalten Antworten auf wichtige Fragen:

  • Sind in der Schwangerschaft Softdrinks erlaubt?
  • Welche Vitamine und Mineralstoffe sind in der Schwangerschaft besonders wichtig? Oder ist regelmäßig eine Vitamin Infusion nötig?
  • Welche gesunden Snacks – etwa Low Carb Süßigkeiten – gibt es in der Schwangerschaft?

Ebenso erfahren die Schwangeren, welche Lebensmittel sie bis zur Geburt meiden sollten.

Verzichten Menschen in ihrer Ernährung auf tierische Produkte, lohnt sich die Ernährungsberatung. Sie hat zum Ziel, einem Nährstoffmangel vorzubeugen. Der Ernährungsberater informiert Veganer und Vegetarier darüber, ob und welche Nahrungsergänzungsmittel sie benötigen.

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Personen mit Übergewicht kann die Ernährungsberatung helfen, sich ihrem Normalgewicht anzunähern. Ebenso unterstützt der Ernährungsberater Menschen, die an Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden. Erfordert eine andere Unverträglichkeit oder eine Erkrankung eine Ernährungsumstellung, ergibt es ebenfalls Sinn, einen Ernährungsberater zu konsultieren.

Ist eine ernährungsspezifische Beratung notwendig? Die Antwort hängt von individuellen Faktoren ab. Folglich spricht das Angebot der Ernährungsberatung auch Menschen an, die sich allgemein für gesunde Ernährung interessieren. Dies ist jedoch vielfach eine Kostenfrage.

Was kostet eine Ernährungsberatung?

Wie hoch bei einem Ernährungsberater die Kosten ausfallen, hängt von seiner Qualifikation und seinem Leistungsangebot ab. Im Schnitt bezahlen Klienten für die Ernährungsberatung pro Stunde 70 bis 89 Euro.

Beispiel: Liegen die Kosten für die Ernährungsberatung bei 84 Euro, führen elf Sitzungen zu Gesamtkosten von 924 Euro.

Ernährungsberater – Zahlt die Krankenkasse?

Da bei einem Ernährungsberater die Kosten für Erstgespräch und Folgesitzungen hoch ausfallen, stellt sich für Patienten eine Frage. Tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Beratungskosten?

Am 22. Januar 2015 lehnte es das Bundessozialgericht ab, die ambulante Ernährungsberatung in den Heilmittelrichtlinien aufzunehmen. Dabei belegten im Vorfeld Studien den positiven Einfluss gesunder Ernährung auf bestimmte Krankheitsbilder.

2001 erschien eine Studie von F. M. Sacks et al. Sie kam zum Ergebnis, dass sich eine DASH-Diät und eine unter die damalige Empfehlung gesenkte Natriumzufuhr positiv auf den Blutdruck auswirken.

Seit 2018 ist die ambulante Ernährungstherapie ein in den Leistungskatalogen der Krankenkassen aufgeführtes Heilmittel. Liegt eine medizinische Indikation für die Beratung vor, beteiligt sich die gesetzliche Krankenkasse mit 30 bis 100 % an den Kosten.

Die Kostenübernahme der Krankenkasse setzt voraus, dass sich Patienten an einen zertifizierten Ernährungsberater wenden. Sie brauchen eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung über die Leistung. Diese reichen sie zusammen mit einem Kostenvoranschlag der Ernährungsberatung bei ihrer Krankenkasse ein.

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Fazit

Eine Ernährungsberatung lohnt sich für Personen, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Ernährungsgewohnheiten optimieren wollen. Die Kosten pro Stunde beginnen bei 70 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Beratung, sofern eine ärztlich attestierte medizinische Notwendigkeit dafür besteht.

Foto: © Kittiphan /stock adobe

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).