Tapezieren – Kosten im Überblick

Die Kosten für das Tapezieren hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Foto: ©artursfoto /stock adobe
Die Kosten für das Tapezieren hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Foto: ©artursfoto /stock adobe

Es kann viele Gründe geben, um einen Raum, eine Wohnung oder gleich ein ganzes Haus zu tapezieren. Da wäre beispielsweise ein Umzug. Wer in eine neue Wohnung zieht, möchte oft auch in dieser Wohnung alles neu machen. Denn man möchte den eigenen vier Wänden ja auch eine persönliche Note verleihen – quasi den eigenen Stempel aufdrücken.

Ein anderer Grund kann die Umgestaltung des eigenen Zuhauses sein. Wer hat nicht in gewissen Abständen das Bedürfnis, sich und sein Umfeld einfach mal neu zu erfinden. Wenn Sie Mieter einer Wohnung sind, können auch mietvertragliche Zwänge Sie früher oder später zur Renovierung zwingen.

Auch wenn bei weitem nicht jede Renovierungsklausel in Mietverträgen rechtswirksam ist – inzwischen gibt es doch eine ganze Menge Vermieter, denen eine rechtssichere Übertragung der Kosten für notwendige Schönheitsreparaturen im Mietvertrag gelingt.

Kosten für das Tapezieren

Natürlich stellt sich vor jeder Renovierung erst einmal die Frage nach den Kosten für das Tapezieren. Diese sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Ganz besonders natürlich von der Frage, ob Sie die Renovierung selbst vornehmen möchten oder ob Sie eine Firma damit beauftragen wollen. Tapezieren ist eine Arbeit, die im Allgemeinen als recht einfach erledigt gilt. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass es sich hierbei um eine handwerkliche Tätigkeit handelt, die Ihnen einiges abverlangt. Vor allem wenn Mustertapeten oder gar Fototapeten in mehreren Teilen geklebt werden sollen, sind Präzision und im Idealfall eine Menge Erfahrung erforderlich.

Wenn Sie die Tapezierarbeiten in Berlin, in einer anderen Großstadt oder auch einer ländlich geprägten Region der Republik eher einer Firma überlassen möchten, kostet das zwar Geld. Dafür haben Sie aber oft ein besseres und nicht selten auch langlebigeres Ergebnis, als wenn Sie selbst Hand anlegen.

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In der Folge zeigen wir Ihnen, mit welchen Kosten Sie fürs Tapezieren rechnen müssen, welche Faktoren bei der Kostenhöhe eine Rolle spielen und wie Sie selbst die Kosten ein Stück weit reduzieren können.

Kostenfaktoren fürs Tapezieren

Sie haben sich entschieden, die Tapezierarbeiten von einem Profi erledigen zu lassen. An anderer Stelle haben wir Ihnen bereits gezeigt, wie die Suche nach dem passenden Handwerker mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis am besten funktioniert. Hier zeigen wir Ihnen, welche Faktoren einen maßgeblichen Einfluss auf das endgültige Angebot des Malers und Anstreichers Ihrer Wahl haben.

1.     Regionale Unterschiede

Ein wichtiger Faktor sind regionale Unterschiede in der Preisgestaltung. Dabei gibt es ein besonders großes Gefälle zwischen Preisen in der Großstadt und solchen in eher ländlichen Regionen. Außerdem gibt es einen Preisunterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. So zahlen Sie für einen Quadratmeter Tapezierarbeiten in Dresden im Schnitt 11 Euro – in Berlin schon eher 13 Euro im Schnitt.

2.     Die Anfahrt

Natürlich macht sich die Länge der Anfahrt auch in der Preisgestaltung bemerkbar. Denn während der Handwerker und sein Team Ihre Wohnung ansteuern und nach getaner Arbeit wieder zurück in die Firma fahren, können sie keine anderen Kunden bedienen. Darüber hinaus muss der Betrieb seinen Mitarbeitern die An- und Abfahrt auch als Arbeitszeit bezahlen – natürlich werden diese Kosten dann auch auf Sie abgewälzt.

Dennoch berechnen die meisten Unternehmen hier eine Pauschale, die niedriger liegt als der eigentliche Stundensatz. Einfach, weil Sie für die Anfahrt keinen echten Gegenwert in Form von getaner Arbeit haben. Gerade in der aktuellen Phase steigender Löhne und hoher Spritkosten ist ein Verzicht auf Anfahrtskosten aber zu einer absoluten Seltenheit geworden.

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3.     Untergrund der Tapete

Kommen die Tapezierer in Ihrer Wohnung an und können direkt mit dem Anbringen der neuen Tapete beginnen, reduziert das die tatsächliche Arbeitszeit natürlich enorm. Das bedeutet aber, dass Sie zuvor die alten Tapeten entfernen und kleinere Macken und Unebenheiten im Untergrund ausgleichen müssen. Im Idealfall präsentieren Sie den Tapezierern eine komplett in Waage verspachtelte Wand, die Sie auch bereits vorbehandelt haben.

Andernfalls muss die Arbeit erst einmal mit dem Entfernen der Tapeten beginnen. Hiernach müssen Löcher und Macken in der Wand ausgebessert werden. Anschließend ist die Wand in den meisten Fällen erst einmal zu grundieren. Erst wenn die Grundierung eingezogen ist, kann das eigentliche Tapezieren beginnen. Wer bei den Vorbereitungen selbst Hand anlegt, kann damit eine Menge Geld sparen, da die Arbeitszeit des beauftragten Tapezierers deutlich reduziert werden kann.

4.     Art der Tapete

Die Art der Tapete ist ein wichtiger Faktor bei der Frage nach den Kosten fürs Tapezieren. Denn es gibt tatsächliche erhebliche Unterschiede im Aufwand der Verarbeitung der verschiedenen Tapetentypen. Die einfachste Tapete ist dabei sicherlich die Raufasertapete. Hier rechnen viele Betriebe gerade einmal 1 Euro pro Quadratmeter Fläche ab. Man muss allerdings wissen, dass eine Raufasertapete in aller Regel nach dem Kleben noch gestrichen werden muss. Hierfür fallen noch einmal zusätzliche Kosten an.

Das Kleben einer Tapete mit Muster liegt schon eher bei 3 bis 5 Euro pro Quadratmeter. Auch hier abhängig vom Material der Tapete. Denn eine Papiertapete beispielsweise ist oft deutlich schwerer zu kleben als eine moderne Vliestapete.

Soll eine komplette Wand mit einer Fototapete bestückt werden, kann das auch schon mal rund 200 Euro kosten.

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5.     Größe der Wohnung / Zimmer

Der wohl wichtigste Faktor ist die Größe der Wohnung. Denn mit den meisten Malern und Tapezierern werden Sie einen Preis pro Quadratmeter und keinen klassischen Stundensatz vereinbaren. Dieser Preis setzt sich dann aus allen Kostenfaktoren zusammen, die der jeweilige Unternehmer in seine Kalkulation mit einfließen lässt. Letztlich lässt sich aber festhalten, dass der Gesamtpreis im Verhältnis mit der Wohnungsgröße ansteigt oder eben sinkt.

Beispiel Kosten für eine 65 m² Wohnung

Wir rechnen für unsere Wohnung mit einer Wandfläche von rund 220 Quadratmetern. Dabei können Sie mit folgenden Kosten rechnen:

  • Entfernen der alten Tapete und Vorbereiten des Untergrunds: 8 Euro pro Quadratmeter (bei hohem Aufwand auch teurer möglich)
  • Tapezieren: 5 Euro pro Quadratmeter
  • Anfahrtskosten: 50 Euro pro Tag

Gehen wir von zwei Arbeitstagen aus, dann haben wir fixe Anfahrtskosten von 100 Euro. Zusätzlich fallen hier insgesamt 13 Euro pro Quadratmeter Wandfläche an. Bei 220 Quadratmetern Wand bedeutet das Gesamtkosten in Höhe von 2.960 Euro.

Fazit

Die Kosten fürs Tapezieren variieren und sind von zahlreichen Faktoren abhängig. Oft kann es sich schon lohnen, im selben Ort mehrere Angebote zu vergleichen, um hier am Ende da günstigste Angebot zu finden. Letztlich können Sie durch gute Vorarbeit die Kosten selbst noch einmal ein gutes Stück reduzieren.

Foto: ©artursfoto /stock adobe

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).