Was kostet eine Handyversicherung?

Bei teuren Smartphones kann eine Handyversicherung zumindest in den ersten zwei Jahren sinnvoll sein. Foto Kalala via Twenty20
Bei teuren Smartphones kann eine Handyversicherung zumindest in den ersten zwei Jahren sinnvoll sein. Foto Kalala via Twenty20

Kaum ein technisches Gerät wird heute so viel genutzt wie das Handy. Schon im Februar 2021 berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass es in Deutschland 56 Millionen Smartphone-Nutzer gibt.

Dabei wurden auch Umfragen angeführt, die belegen, dass das Smartphone für die Menschen heute immer wichtiger wird. So können sich beispielsweise 9 von 10 Befragten ein Leben ohne ihr Smartphone oder ihr Handy gar nicht mehr vorstellen.

Was auf den ersten Blick eigenartig klingen mag, ist nur ein natürlicher Schritt in der aktuellen hoch technisierten Entwicklung. Denn das Smartphone hat in den letzten Jahren einen wichtigen Platz im Leben vieler Nutzer eingenommen. Es dient als Kalender, als Telefonbuch, aber auch als Fenster und Tür in die Welt hinaus. Kontakte über soziale Medien werden hierüber genauso gepflegt wie E-Mails gelesen und verschickt, Filme und Serien gestreamt oder die täglichen Nachrichten gelesen.

Während das Handy erst „nur“ ein klassisches Telefon war, das sich praktisch überall hin mitnehmen ließ, ist es heute Foto- und Videokamera, Zugang zur eigenen Cloud, Möglichkeit fürs Onlinebanking und Bezahlungsmöglichkeit in vielen Läden gleichermaßen.

Das Handy hat in unserem Leben heute einen Stellenwert eingenommen, mit dem kein anderes technisches Gerät mithalten kann. Da wundert es kaum, dass sich mancher die Frage stellt, ob es nicht sinnvoll ist, ein so wichtiges – und oftmals auch vergleichsweise teures – technisches Gerät zu versichern.

Warum überhaupt über eine Handyversicherung nachdenken?

Ist ein Handy einmal beschädigt, bringt das in aller Regel zwei große Problemfelder mit sich. Das erste ist der Umstand, dass ein neues Handy oder zumindest ein Ersatzgerät her muss. Ältere Smartphones können dabei mit der neuesten Technik oft nicht mehr mithalten – wer also ein Handy der neuesten Generation hat und dieses stark beschädigt ist, kann nicht zwangsläufig alle seine Apps und Anwendungen auf einem älteren „Ersatzhandy“ nutzen.

Daneben stellt sich noch das Problem mit den Kosten ein. Die neuesten Handys sind heute so hochpreisig wie ein Notebook, ein Tablet oder ein klassischer PC. Wir haben dazu einmal Preise verglichen und die beiden Weltmarktführer Samsung und Apple nebeneinandergestellt.

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Heute (Weihnachten 2021) kostet das iPhone 13 Pro, das den aktuellen Stand der Technik widerspiegelt, 1.149 Euro. Das Samsung Galaxy Z Fold3 5G – ein besonders ausgeklügeltes Gerät mit einem Klapp-Display – kommt mit bislang ungekannten optischen und technischen Feinheiten daher. Das treibt den Preis tatsächlich auf sagenhafte 1.798 Euro in die Höhe.

Tatsächlich ist es heute schon schwierig, ein relativ aktuelles Smartphone als Neuware zu bekommen, das nicht mindestens um die 250 – 300 Euro kostet. Dabei werden Handys heute nahezu rund um die Ihr genutzt – die Gefahr eines Schadens ist daher vergleichsweise groß. Bleibt die Frage, ob sich eine Handyversicherung tatsächlich lohnt.

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Häufige Schäden am Handy

Auch zu diesem Thema gibt es natürlich Statistiken. Rund 75 Prozent aller Schäden am Handy sind Displayschäden. Dabei reicht es oftmals schon, dass das Smartphone aus der Hand rutscht oder aus der Tasche fällt. Trifft es ungünstig auf den Boden, kann das erhebliche Schäden am Display nach sich ziehen. Teilweise bis hin zu Funktionsfehlern am Touchscreen.

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Wasserschäden am Handy kommen im Vergleich dazu nur in rund 6 Prozent aller Schadensfälle vor – dicht gefolgt von den 5 % Schadensfällen, in denen das Handy gestohlen wurde. Während Wasserschäden dabei oft auf persönliche Unaufmerksamkeit zurückzuführen sind, kann man als Handynutzer einen Displayschaden gar nicht immer vermeiden.

Welche Schäden deckt eine Handyversicherung ab?

Eine Versicherung für das Handy deckt eine ganze Reihe von Schadensfällen ab. Wichtig ist dabei natürlich, vor dem Abschluss einer Versicherung die tatsächlich enthaltenen Leistungen und abgedeckten Schadensfälle zu vergleichen und sich nicht nur für die billigste Handyversicherung, sondern für die Absicherung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu entscheiden.

Eine wirklich gute Handyversicherung deckt schon in der Basis-Police die folgenden Schadensfälle ab:

  • Displayschäden
  • Kurzschluss und andere Elektronikschäden
  • Schäden durch Flüssigkeit
  • Bedienungsfehler
  • Sabotage und/oder Vandalismus

Viele Verbraucher entscheiden sich beim Abschluss einer Handyversicherung auch für eines der zahlreichen Zusatzpakete. Da wäre beispielsweise die Absicherung im Rahmen eines zusätzlichen Diebstahlschutzes. Hier sollten Sie bei der Auswahl einer solchen Versicherung darauf achten, dass die folgenden Schadensfälle auf jeden Fall Berücksichtigung finden.

  • Klassischer Diebstahl
  • Raub und Plünderung – also eine Situation, in der Ihnen das Handy unter Androhung oder sogar Anwendung von Gewalt gestohlen wird
  • Einbruchdiebstahl aus einer verschlossenen Immobilie
  • Einbruchdiebstahl aus dem Fahrzeug

Dabei gibt es immer wieder einzelne Einschränkungen. So bestehen viele Versicherer darauf, dass die Haustür abgeschlossen sein muss, damit Sie eine Zahlung der Versicherung wegen Einbruchdiebstahls erhalten. Beim klassischen Diebstahl muss man zuweilen nachweisen, dass das gestohlene Handy im persönlichen Gewahrsam sicher mitgeführt wurde.

Auch was den Einbruchdiebstahl im Auto angeht, gibt es Versicherungspolicen mit kleinen Fallen. So muss beispielsweise das Handy als Wertsache bei manchen Versicherern im Handschuhfach oder eben im nicht einsehbaren Kofferraum aufbewahrt werden, da alles andere eine Einladung zum Stehlen wäre.

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Tipp

Eine klassische Hausratversicherung übernimmt Schäden an einem Handy nur, wenn einer der klassischen Schadensfälle der Hausratversicherung vorliegt. Diebstahl kann hier – je nach Police – tatsächlich dazugehören.

Handyversicherung – die Kosten im Check

Anders als bei vielen anderen Versicherungen wird die Handyversicherung in aller Regel monatlich abgebucht. Hierbei entstehen für den Nutzer Kosten zwischen 2 Euro und 10 – 15 Euro. Wie teuer die Handyversicherung für Ihr Gerät letztlich tatsächlich ist, hängt vor allen Dingen vom Wert des Geräts zum Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses ab. Das ist der Punkt, den Sie als Nutzer auch relativ wenig beeinflussen können.

Worauf Sie allerdings einen Einfluss haben, ist der mögliche Selbstbehalt. Je niedriger dieser gesetzt ist, desto höher werden natürlich die monatlich laufenden Versicherungskosten. Der dritte Faktor, der den Preis der Handyversicherung bestimmt, sind die vereinbarten Versicherungsleistungen. Je mehr potenzielle Schadensfälle in Ihrer Versicherung für das Handy abgesichert sind, desto größer ist die Chance, dass Sie im Schadensfall auch wirklich eine Versicherungsleistung erhalten.

Lohnt sich eine Handyversicherung?

Gerade bei hochwertigen und teuren Geräten lohnt sich in den ersten Jahren eine Handyversicherung. Vorausgesetzt Sie entscheiden sich für einen Anbieter, der wirklich gute Leistungen bietet und keinen zu hohen Selbstbehalt festgelegt hat.

Das Problem bei der Handyversicherung ist der Umstand, dass hier im Fall eines absoluten Totalschadens an Ihrem Handy in aller Regel nur der Zeitwert getragen wird. Da gerade der vergleichsweise schnell verfällt, kann es Sinn machen, ein besonders hochwertiges Handy in den ersten ein bis zwei Jahren mit einer Handyversicherung abzusichern und diese dann einfach zu kündigen – es sei denn, Sie beschaffen sich nach dieser Zeit ein neues Handy.

Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass die Handyversicherung eine gerätespezifische Versicherung ist – es sei denn es ist ausdrücklich etwas andere vereinbart. Das bedeutet, dass Sie im Fall der Anschaffung eines neuen Handys die Änderung mitteilen müssen. In vielen Fällen haben Sie dann die Möglichkeit, die Versicherung zu kündigen oder sie an die Gegebenheiten des neuen Handys anzupassen.

Foto: Kalala via Twenty20

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).