Edle Gewürze für die aromatische Küche – was kosten sie und wie schmecken sie?

In vielen deutschen Haushalten stehen nach wie vor nur Salz und Pfeffer im Gewürzregal, gegebenenfalls mit getrockneten Kräutern ergänzt werden. Doch sobald die beliebte italienische Küche auf dem Menüplan steht, finden sich mehr und mehr Hobbyköche in die Welt der edlen Gewürze ein.

Die spanische Küche ist ohne Safran nicht in ihren Tiefen ausgelotet, und klassisches österreichisch-ungarisches Gulasch verlangt nach edlem Paprika. Weihnachten verbinden wir mit den Aromen von Vanille, Zimt und Kardamom. Der Siegeszug der asiatischen Aromen hat den Markt geöffnet für Curry, Ingwer und Galgant sowie Ginseng und Muskatblüten. Die japanische Küche verwendet u.a. die tollen Umami Gewürze wie Pilze, getrocknete Tomaten, Liebstöckel, Knoblauch, sowie Paprika

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte um die edelsten und teuersten Gewürze dieser Welt. Einer Welt der Vielfalt und ein Augenöffner für schmackhaftes Essen – auch im privaten Haushalt.

Safran – immer noch die Nummer 1?

Über Jahrzehnte war Safran das bekannteste der edlen und teuren Gewürze. Seine Farbgebung vor allem bei Reisgerichten und der einzigartige Geschmack haben ihn auch zu einem der beliebtesten Gewürze gemacht. Sonderangebote für Safran sollten allerding gemieden werden, denn der hohe Preis für Safran rechtfertigt sich in der nach wie vor händischen Ernte und seiner begrenzten Blütezeit.

Safran ist der Stempelfaden des Crocus Sativus, welcher vor allem rund um das Mittelmeer angebaut und geerntet wird. Bekannt aus der griechischen Mythologie für Potenz und langes gesundes Leben gibt es heute wissenschaftliche Beweise für seinen Einsatz auch als Heilpflanze. Safran kostet bis zu 30.000 Euro je Kilogramm – Iran, Marokko, Spanische Hochebene)

Chili „Aji Charapita“ – kann viel mehr als nur scharf!

Von uns Europäern nahezu unbemerkt – von einigen Spitzenköchen abgesehen – etabliert sich gerade eine Chilisorte als edles und teures Gewürz in der Hitliste derselben. Aji Charapita aus Peru wird gerade einmal durchschnittlich 1 cm groß und besticht in seiner leuchtend gelb-orangen Farbe.

Neben der bekannten Schärfe liefert dieser Chili wertvolle süß-fruchtige Aromen und Vitamine der Gruppe B sowie A und C. Den Preis bestimmt nicht nur ihre Größe, sondern auch die sorgfältige Behandlung der reifen erbsengroßen Schoten. Sie können nur von Hand geerntet werden und müssen sofort in die Weiterverarbeitung, was in den meisten Fällen Trocknung bedeutet.

Da ein Strauch bis zu 100 Beeren liefert, muss dieser in mehreren Durchgängen geerntet werden. Es sind nicht alle Chilis zur selben Zeit reif, was eine maschinelle Ernte verhindert. Aji Charapita Chili kostet bis zu 24.000  Euro je Kilo – Peru.

Pfeffer – über deinen Tellerrand geschaut!

Selbstverständlich geht es hier nicht um die schwarzen Körner oder gemahlenen Pfeffer aus dem Diskonter. Die Massenware Pfeffer unterscheidet sich gravierend von den edlen Pfeffersorten dieser Welt, welche teilweise nur dem Namen nach Pfeffer sind, botanisch aber zu anderen Pflanzensorten gehören, wie beispielsweise der Szechuan Pfefferein tolles Grillgewürz

Einmal in die Welt der Pfeffer eingetaucht eröffnet sich ein neues Universum, nicht nur in Namen und Preis, sondern vor allem in den geschmacklichen Nuancierungen. Von schokoladigen Aromen bis fruchtigen Anklängen reicht die Bandbreite, wenn Sie sich mit Kubeben Pfeffer, Tasmanischem Pfeffer, Andamalin Pfeffer oder Bengalischem Pfeffer vertraut machen.

Auch hier gilt Handarbeit als unumgänglich, zumal wenn es um wild wachsende Pfeffersorten geht, welche nicht im großen Stil angebaut werden können, wie der Voatsiperifery Pfeffer. Pfeffer kostet bis zu 230 Euro das Kilogramm – Südwest-Indien, weltweit.

Vanille – Borbon ist in diesem Fall kein Whiskey!

Das beliebteste Eis der Deutschen ist nach wie vor Vanille. Leider wird es in den meisten Fällen nicht aus echter Vanille, sondern Aromen hergestellt. Echte Vanille ist ein hochwertiges, edles und somit teures Gut. Mit ihren Inhaltsstoffen kurbelt sie die Produktion der Glückshormone an, und dies dürfte ihre Beliebtheit erklären.

Der Geschmack der echten Vanille ist um viele Nuancen reicher. Herkunftsgebiete mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen tragen das Ihre zu dieser Aromenvielfalt bei. Bekannt neben der Bourbon Vanille mit dem Ursprungsland Mexiko ist Madagaskar. Mehr und mehr Beliebtheit erfreut sich die Tahiti Vanille mit hauptsächlich blumigen Aromen. Beim Kauf von Vanillestangen ist Frische erkenntlich an Elastizität und Glanz unerlässlich. Vanille kostet bis 700 Euro das KG – Mexiko, Afrika.

Zimt – von Pulvern und Stangen!

Zimt ist neben Pfeffer schon lange in den europäischen Küchen beheimatet. Es mag daran liegen, dass Zimt aus China in rauen Mengen exportiert wird, allerdings in seinem Geschmack eher aufdringlich ist. Bekannt als Cassia Zimt findet er vor allem Anwendung in der süßen Küche.

Als Königin unter den Zimtsorten findet sich der Ceylon Zimt in den Angeboten der Gewürzwarenhändler. Sein Geschmack ist weniger aufdringlich dafür aber nuancierter. Ebenfalls zu finden sind Zimtpulver und Stangen aus Indonesien und Vietnam.

Der indonesische Zimt, auch Sumatra Zimt genannt, kann vom chinesischen Zimt in seiner Stangenvariante leicht unterschieden werden. Während Cassia Zimt kompakte, harte Stangen liefert, ist der Sumatra Zimt brüchiger und weicher. Edel-Zimt kostet bis 32 Euro je Kilogramm – Afrika.

Curry – auf die Mischung kommt es an!

Curry ist eine asiatische, meist indische, Gewürzmischung, welche über England ihren Siegeszug quer durch Europa angetreten hat. Bis zu 36 verschiedene Gewürze können sich in einer original indischen Currymischung wiederfinden, und damit erklärt sich dann auch der Preis von so manchem Curry.
Die bekanntesten Zutaten für eine Curry Mischung:

  • Kurkuma
  • Kümmel
  • Coriander
  • Kardamom
  • Pfeffer
  • Piment
  • Bockshornklee
  • Paprika
  • Nelken

Handgeerntet mit nur den reifsten Früchten und Samen, schonend getrocknet und vermalen wird Curry in den traditionellen Küchen Südostasiens verwendet. Indische Hausfrauen hüten ihre Rezepturen wie Geheimnisse und geben sie als Hochzeitsgeschenk an ihre Töchter weiter. Curry kostet ca. 20 Euro das Kilo – Indien.

Foto: tdyuvbanova via Twenty20

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