Möbel einlagern – Varianten & Kosten

Hausrat und Möbel einlagern – was kostet das, und gibt es Alternativen? Foto: ©Ghazanfar /stock adobe

Es kann eine ganze Menge Gründe dafür geben, Möbel und Kisten für einen gewissen Zeitraum einzulagern. Wenn Sie beispielsweise einen Umzug planen, beginnen die meisten Menschen erst einmal damit, das alte Haus oder die bisherige Wohnung zu entrümpeln.

Wer allerdings von einer großen in eine deutlich kleinere Wohnung zieht oder sich gar von einem Haus verabschiedet, um in einer Wohnung zu leben, stößt auch beim Ausmisten oft an seine Grenzen. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn die Kinder das Haus bereits verlassen haben und Sie beschlossen haben, sich zu zweit lieber in eine kleinere und barrierefreie Wohnung zurückzuziehen.

An vielen Möbelstücken und auch an manchen anderen Erinnerungsstücken hängen Sie vielleicht trotzdem – auch wenn Sie in der neuen Wohnung nicht genug Platz für alles haben. Eine Einlagerung kann dann Sinn machen, wenn die Chance besteht, dass eines Ihrer Kinder in absehbarer Zeit einen Teil der eingelagerten Möbel übernehmen kann.

Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, wann es sinnvoll sein kann, Möbel einzulagern. Außerdem haben wir hier einige spannende Informationen rund um das Thema Kosten, Möglichkeiten und Alternativen zur klassischen Einlagerung herausgesucht.

Wann Möbel einlagern?

Grundsätzlich macht das Einlagern von Möbeln nur dann Sinn, wenn es sich um eine Übergangslösung handeln soll. Auf Dauer ist ein wirklich guter Lagerraum für Möbel – in dem auch keine Gefahr von Schimmelbildung oder anderen Schäden besteht – in der Regel viel zu teuer. Gründe für die Einlagerung von Möbeln und Kisten können sein:

  • Ein geplanter Umzug über eine größere Entfernung, wenn bereits ein Teil der Möbel und der Kisten am neuen Wohnort zwischengelagert werden soll.
  • Eine anstehende Obdachlosigkeit – wegen einer Wohnungskündigung beispielsweise.
  • Ein geplantes Sabbatical im Ausland – wenn Sie Ihre Wohnung in dieser Zeit nicht behalten wollen, können Sie Ihre Möbel einfach einlagern.
  • Ein längerer arbeitsbedingter Aufenthalt im Ausland
  • Zusammenschluss zweiter Haushalte, wenn ein junges Paar erstmals zusammenzieht
  • Ein Seniorenumzug beispielsweise in ein Altenheim

Schon gewusst?

Wenn Sie Bürgergeld beziehen, kann es unter bestimmten Umständen sogar sein, dass Sie Anspruch auf eine Übernahme der Kosten für eine Einlagerung Ihrer Möbel haben. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie im Leistungsbezug obdachlos werden, eine neue Wohnung aber bereits in Aussicht ist.

Wo kann man Möbel einlagern?

Wenn Sie eine Lagerfläche von einem seriösen Anbieter suchen, finden Sie in Deutschland in der Regel drei verschiedene Möglichkeiten:

  • Outdoor-Lager
  • Drive-up-Lager
  • Indoor-Lager

Bei der ersten Variante handelt es sich um die günstigsten Angebote, die Sie am Markt finden. Solche Outdoor-Lager sind zwar überdacht, sie bestehen aber in der Regel nur aus Betonwänden, Metalltüren und Wellblechdächern. Eine Luftzirkulation ist in diesen Räumen kaum möglich.

Klimatisiert werden diese Lagerräume auch nicht, sodass hier die Gefahr von Schäden an Ihren Möbeln durch Feuchtigkeit und Schimmel sehr groß ist. Ein Outdoor-Lager sollten Sie daher nur für einen sehr kurzen Zeitraum und im Idealfall nicht in den kalten Monaten des Jahres nutzen.

Ein Drive-up-Lager erinnert vom Aufbau und der Optik her am ehesten an einen großen Garagenhof. Hier haben Sie die Möglichkeit, mit einem Auto bis an das Tor Ihres Lagerraums zu fahren und die Dinge, die Sie einlagern möchten, direkt in den Lagerraum abzuladen. Verschlossen werden die Lagerräume in der Regel mit einem elektrischen Rolltor. Öffnen können Sie dieses mit einem Transponder oder einem individuellen Code, der dann in ein Zahlenfeld an Ihrer Lagerzelle einzugeben ist.

Die meistgenutzte Variante in Deutschland sind große Indoor-Lagerhallen, in denen einzelne, abgeschlossene Lagerräume gemietet werden können. Die Hallen sind voll klimatisiert und die Räume werden in unterschiedlichen Größen angeboten. Auch hier bekommen Sie zumeist Zutritt über einen Transponder oder einen individuellen Zahlencode.

Solche Lagerräume können Sie tageweise, wochenweise oder monatsweise anmieten. Da nur Mieter Zugang zum Lagerhaus haben und die Lagerhäuser in der Regel auch videoüberwacht sind, sind diese Lagermöglichkeiten zumeist auch die sichersten.

Was kostet eine Möbeleinlagerung?

Bleibt die Frage, welche Kosten beim Möbel einlagern entstehen. Das kommt einerseits natürlich auf die Art des genutzten Lagerraums an. Andererseits spielt auch die Lagerfläche eine große Rolle. Für eine Lagerbox mit einer Fläche von 1 Quadratmeter müssen Sie in der Regel rund 35 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Wenn Sie einen richtigen Lagerraum unter 50 Quadratmeter Fläche anmieten möchten, liegen Sie preislich zumeist zwischen 15 und 40 Euro pro Quadratmeter. Richtig günstig wird es – auf den Quadratmeter gerechnet – bei größeren Lagerhallen. Ab einer Fläche von 50 Quadratmetern müssen Sie noch mit einem durchschnittlichen Mietpreis von monatlich 10 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Gut zu wissen

Der Standort ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn es um die Kosten beim Einlagern von Möbeln geht. So kostet Sie ein Abteil mit einer Größe von 5 Quadratmetern in einer Großstadt wie Berlin, Düsseldorf oder Hamburg zwischen 70 und 110 Euro im Monat – deutlich mehr als in einer kleineren Stadt in einer eher ländlichen Gegend.

Alternativen zum Einlagern?

Es gibt auch einige Alternativen zum Einlagern. Wenn Sie beispielsweise eine Umzugsfirma in Berlin mit dem Management Ihres Ortswechsels beauftragen, können Sie dieser auch die Einlagerung Ihrer Möbel für einen gewissen Zeitraum übertragen. In der Regel werden die Möbel dann in einem Zentrallager des Umzugsunternehmens oder einer mit dem Umzugsunternehmen zusammenarbeitenden Spedition zwischengelagert. Der einzige Nachteil dabei: Sie haben während der Lagerphase keinen Zugriff auf Ihre eingelagerten Möbel und Gegenstände.

Eine weitere Alternative ist das Zwischenlagern von Möbeln und Kisten in einer Garage. Das kann die Garage eines Freundes oder Verwandten sein oder aber eine Garage, die Sie mit Ihrer neuen Wohnung zusammen angemietet haben. In vielen Städten haben Sie auch die Möglichkeit, eine oder mehrere Garagen auf einem Garagenhof in der Stadt anzumieten. Hier gilt es allerdings zwei Dinge zu beachten.

Zum einen sind Garagen nicht dafür gebaut, Möbel und Umzugskartons einzulagern. Ähnlich wie bei einem Outdoorlager haben Sie hier schnell Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel.

Hinzu kommt, dass in den meisten Bundesländern das Einlagern von Möbeln in einer Garage eine sachfremde Nutzung der Garage und damit verboten wäre. Die meisten Bundesländer haben so etwas wie eine Garagenverordnung, in der die Möglichkeiten der Nutzung einer Garage festgelegt sind. Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Variante Nummer drei ist ein Keller oder eine Scheune von Freunden, Bekannten oder Verwandten. Auch hier gilt: Eine solche Lagermöglichkeit sollten Sie nur nutzen, wenn es sich um einen sehr überschaubaren Zeitraum handelt. Zum einen besteht sonst die Gefahr, dass Sie Ihren Freunden, Bekannten oder Verwandten irgendwann zu sehr auf die Nerven gehen. Zum anderen sind aber auch weder Kellerräume noch eine Scheune die perfekten Lagerorte für Möbel oder Kisten für einen längeren Zeitraum.

Fazit

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten, Möbel einzulagern. Wenn Sie die Kosten fürs Möbel einlagern so gering wie möglich halten wollen, können Sie für einen kurzen Zeitraum auch auf leere Stellflächen bei Freunden oder Verwandten zurückgreifen. Gerade wenn es aber um einen längeren Zeitraum geht und die Sachen nicht nur sicher, sondern auch gut geschützt vor schädlichen Einflüssen aufbewahrt werden sollen, eignet sich ein professionelles Indoor-Lager am ehesten zum Einlagern Ihrer Möbel und Kisten.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).