Weinprobe – Ablauf & Kosten im Überblick

Wein ist ein echtes Genussmittel. Dabei gibt es so viele verschiedene Weinsorten, die mit den unterschiedlichsten Geschmacksnuancen aufwarten können, dass ein Laie sehr schnell mal den Überblick verliert. Eine Weinprobe ist die ideale Entscheidungshilfe. Aber verursacht eine Weinprobe Kosten?

Tatsächlich ist Deutschland für seine Weine von höchster Qualität bekannt. Immerhin 13 Weinanbaugebiete von bester Güte sind hier zu finden. Da wird es schon mal schwer, den für Sie selbst perfekten Wein zu entdecken.

Zumal es nicht den „einen“ Wein gibt. Denn ähnlich wie Gewürze von Gericht zu Gericht variiert werden sollten, damit die Mahlzeit am Ende ein Gedicht wird, passt nicht jeder Wein zu jeder Gelegenheit. Ein Wein für einen angenehmen Abend im Sommer auf der Terrasse zu zweit oder im Freundeskreis muss mit anderen Eigenschaften daherkommen als ein Wein, der zu einer deftigen Mahlzeit gereicht wird.

Weinkenner unterscheiden auch Weine, die zu Fisch, zu Geflügel oder zu Wild passen. Richtig ausgewählt kann ein guter Wein eine Mahlzeit vervollkommnen und ihr den letzten kulinarischen Feinschliff verpassen.

Um aber herauszufinden, welche Weine für Ihren Geschmack „die richtigen“ sind, ist eine Weinprobe die beste Möglichkeit. Wir von was-kostet.net stellen hier einmal kurz vor, wie solch eine Weinprobe funktioniert, worauf Sie achten sollten und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Was ist eine Weinprobe / Verkostung

Eine Weinprobe oder Weinverkostung ist ein Event, bei dem Sie eine bestimmte Anzahl an Weinen probieren und sich ein Bild vom Gesamteindruck des jeweiligen Weines machen können. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Varianten von Weinproben. Professionelle Weinproben in einem Weingewölbe oder bei einem großen Winzer unterscheiden sich sehr grundlegend von kleinen Spontanweinproben bei kleineren Weinbauern in der Wirtsstube beispielsweise.

Bei einer professionellen Weinprobe erhalten Sie die vorgesehenen Weine, Wasser und Brot und in vielen Fällen auch Cracker ohne Salz, die zwischen den einzelnen Weingängen den Geschmack des vorherigen Weins neutralisieren sollen. Machen Sie eine Verkostung in einer Wirtsstube eines Winzers, gehört oft auch eine komplette Mahlzeit zur Weinprobe. Hier muss man allerdings damit rechnen, dass das eigene Geschmackserlebnis am Wein durch die Speisen etwas beeinflusst wird.

Der Ablauf einer Weinprobe

Eine professionelle Weinprobe läuft in der Regel in mehreren Schritten ab.

Das Bild des Weins

Als erstes gilt es, den Wein nach seinem Aussehen zu bewerten. Hier gibt es verschiedene Anhaltspunkte, die etwas über den Wein an sich aussagen. So kann beispielsweise die Farbe Aufschluss über das Alter eines Weins geben. Ist ein Rotwein besonders hell, spricht das für ein höheres Alter. Farbpartikel im Wein haben sich in diesem Fall nämlich bereits in der Flasche am Grund abgesetzt. Besonders dunkle Weine, die teilweise ins schwärzlich violette gehen können, sind oftmals auch sehr kräftig in den Geschmacksnoten.

Bei Weißwein gehen die Farbgestaltungen von Grünlich-Gelb bis zu einem hellen Braunton. Hier gilt – anders als beim Rotwein – dass eine dunklere Farbe ein Zeichen für ein höheres Alter ist. Generell kann man festhalten, dass besonders dunkle Weine in der Regel aus heißeren Anbaugebieten kommen oder aus Jahren stammen, in denen es generell wärmer war. Je nach Ausbau des Weins, kann das zu einer besonderen Süße der jeweiligen Weinsorte führen.

Tipp

Ein weiterer Faktor bei der Optik des Weins ist sein Verhalten, wenn Sie den Wein im Glas schwenken. Zieht er ölige Schlieren und laufen einzelne Tropfen in diesen Schlieren langsamer den Glasrand wieder hinab, ist das stets ein Zeichen für einen besonders gehaltvollen und hochwertigen Wein.

Nun entscheidet die Nase

Als nächstes wird der Geruch des Weins beurteilt. Dafür muss die Nase tatsächlich tief ins Glas gehalten werden. Im Idealfall haben Sie den Wein kurz vorher noch einmal gut geschwenkt, damit er seinen Geruch auch zu Gänze entfalten kann. Da Geschmack sich einmal aus den Signalen der Geschmacksknospen an das Gehirn und zum anderen aus den Geruchseindrücken beim Trinken oder Essen zusammensetzt, hat die Geruchsnote eines Weins tatsächlich einen Einfluss auf das Geschmackserlebnis.

Man unterscheidet bei Weinen zwischen den folgenden Geruchs- und Geschmacksgruppen:

  • Blumig
  • Fruchtig
  • Würzig
  • Pflanzlich
  • Karamellisiert
  • mikrobiologisch
  • Rauchig

Bei einer professionellen Weinprobe werden diese einzelnen Gruppen eingehend erläutert, sodass Sie anschließend problemlos eine Zuordnung der jeweiligen Weine vornehmen können.

Tipp

Machen Sie sich bei einer Weinverkostung immer Notizen zu den einzelnen Weinen. Nur so können Sie am Ende die jeweiligen Gesamtbilder der einzelnen Weine vor Augen haben. Darauf basierend fällt die Entscheidung für den richtigen Wein stets am leichtesten.

Nun kommt der Geschmack

Erst im dritten Schritt wird der Wein wirklich getrunken. Wobei bei professionellen Verkostungen in einem Weingewölbe beispielsweise gar nicht wirklich getrunken wird. Hier wird der Wein geschlürft und anschließend im Mund mit der Zunge etwas umgewälzt, damit sich das volle geschmackliche Aroma entfaltet. Anschließend wird der Wein in einen Behälter ausgespuckt. Das wird gemacht, damit man auch beim vierten oder fünften Probewein noch komplett nüchtern ist, um das volle Geschmackserlebnis genießen zu können.

Beliebte Weine, die bei kaum einer professionellen Weinverkostung fehlen sind beispielsweise:

Auch regionale Klassiker wie der Lemberger aus Baden-Württemberg werden dabei oft verkostet. Wer eher auf der Suche nach hochwertigen Weinen aus Italien, Spanien oder anderen Herkunftsländern ist, sollte eine entsprechende thematische Weinprobe machen. Dabei werden dann oftmals Weine aus bestimmten Herkunftsländern vorgestellt.

Was kostet eine Weinprobe

Die Kosten unterscheiden sich je nach Veranstalter und Zahl der Teilnehmer erheblich. Machen Sie beispielsweise in der Wirtsstube eines Weinbauern an der Mosel eine Weinprobe, dann liegen die Preise – inklusive einer kompletten Mahlzeit – oft zwischen 15 und 35 Euro pro Person. Bei einem professionellen Weinverkostungsevent in einem Weingewölbe, können die Preise pro Person auch bis zu 125 Euro hochgehen. Hier kommt es darauf an, wie hochpreisig die jeweils vorgestellten Weine sind und wie viele Personen tatsächlich an der Weinprobe teilnehmen.

Fazit

Wenn Sie eine Weinprobe machen möchten, stellt sich die Frage, ob Sie etwas über Weine an sich lernen und dabei auch den einen oder anderen guten Wein kennenlernen möchten oder ob Sie eher im Urlaub die Weine der Region einmal erkunden möchten. Bei Ersterem sind Sie in einem Weingewölbe gut aufgehoben. Hier wird eine professionelle Weinverkostung schnell zu einem echten Event für Gruppen von bis zu 150 Menschen.

Geht es Ihnen eher um einen angenehmen Abend in einer gemütlichen Wirtsstube in irgendeinem Weinanbaugebiet in Deutschland, dann sollten Sie sich nach einem Winzer mit eigener Gastronomie umsehen, und dort eine Weinprobe im Kreis Ihrer Freunde und Familie machen.

Foto: zolotko via Twenty20

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