Was kostet eine Katze?

So lautet oft der erste Satz eines Interessenten, der auf eine Verkaufs- oder Vermittlungsanzeige hin beim Züchter oder beim Katzenschutz bzw. Tierschutz anruft. Hier die Antworten.

Einmal abgesehen davon, dass das nicht unbedingt die erste Frage sein sollte, die Sie auf der Suche nach einem zukünftigen Familienmitglied, nichts anderes sind Haustiere wie Katzen und Hunde, stellen sollten – wie ist die Frage überhaupt zu verstehen? Was kostet eine Katze an Nerven? Oder Zeit? Was an Geld? Täglich oder jährlich? Tatsächlich gemeint ist natürlich immer der Anschaffungspreis, über die anderen Aspekte macht sich ohnehin kaum ein Mensch Gedanken. Und der Anschaffungspreis ist sowieso immer zu hoch, seien es nun die 100 Euro Kostenbeteiligung für eine Katze aus dem Tierschutz oder die 1.000 Euro für ein gut gezogenes Rassekätzchen.

Sehen wir also einmal ab von den Kosten, die im Laufe eines hoffentlich langen Katzenlebens entstehen, für Futter, Streu, Spielzeug, Kratzbäume, Tierarztbesuche, neue Tapeten und neue Sofas. Stattdessen schauen wir uns einmal an, was die Katze gekostet hat, bevor Sie sie beim Züchter/im Tierschutz übernehmen.

Als recht häufig vorkommendes Beispiel sei hier eine wegen Schwangerschaft ausgesetzte und im Katzenschutz gelandete Mutterkatze genannt.

Feste ca. Kosten pro Kätzchen

  • Seruminjektion (passiver Impfschutz) mit 6 Wochen = 30 Euro
  • Impfung gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Chlamydien mit 8 Wochen = 40 Euro
  • Leukose-Impfung mit 10 Wochen = 40 Euro
  • Impfung gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Chlamydien mit 12 Wochen = 40 Euro
  • Leukose-Impfung mit 14 Wochen = 40 Euro
  • Entwurmungen jede 2. Woche ab der 2. Lebenswoche = je 20 Euro

Gesamte Festkosten = ca. 310 Euro

Weitere Kosten

  • Futter und Streu für 3 Monate = 80 Euro
  • Mikrochip zur sicheren Kennzeichnung = 40 Euro

Gesamtkosten: ca. 430 Euro

Die aufgeführten Preise für tierärztliche Leistungen beziehen sich auf die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Dort steht dann allerdings nicht „Leukose-Impfung“, stattdessen setzt sich der Preis aus Einzelpositionen zusammen – für die Impfung z. B. aus dem Preis für das verwendete Material (Impfstoff und Spritze), der Gebühr für eine gründliche Untersuchung vor der Impfung, der Gebühr für die subkutane Injektion und der für das Ausstellen des Impfpasses. Hierbei ist es dem Tierarzt untersagt, den einfachen Gebührensatz der GOT zu unterschreiten.

Mit den angegebenen Kosten pro Monat für Futter und Streu kommen Sie nur bei Verwendung von qualitativ hochwertigem Katzenfutter und ebenso hochwertigem Katzenstreu aus dem Fachhandel aus. Bei Einsatz von Futter und Streu aus dem Supermarkt werden Sie, wegen der immensen Mengen, die Sie hiervon benötigen, wesentlich mehr Geld ausgeben müssen.

Mit einem hochwertigen Trockenfutter können Sie eine Katze für ca. 40 Cent am Tag ernähren, versuchen Sie das einmal mit einer der aus der Werbung sattsam bekannten Supermarkt-Futtersorten. Fressen die Babys noch nicht selbst, verbraucht die säugende Mutterkatze die anscheinend gesparten Futterkosten.

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So, liebe Katzeninteressenten, das kostet das Kätzchen (bei optimaler Versorgung) den Tierschutzverein auf jeden Fall. Krank darf es dabei aber nicht sein, ansonsten ergeben sich weitere Kosten, die nicht mehr so generell anzugeben sind.

Eine Behandlung gegen Hautpilz bei einem einzigen Kater kann den Verein allein über 100 Euro kosten, natürlich zusätzlich zu den obligaten Kosten. Flöhe und Milben müssen bei Straßenkatzen (und anderen auch) oft behandelt werden, dazu kommt bei Hautpilz und Flöhen noch die Desinfektion der gesamten Wohnung. Auch tränende Augen oder Durchfälle kommen bei Jungtieren öfter einmal vor und müssen ebenfalls behandelt werden. Über den Aufwand, einen Wurf mit z. B. Katzenschnupfen durchzubringen, wollen wir erst gar nicht reden …

Feste ca. Kosten für die Mutterkatze

  • Impfkosten wie bei den Babys, abzgl. der Serum-Injektion, da erwachsene Tiere i. d. R. sofort „normal“ geimpft werden können = 120 Euro
  • Bluttest auf Leukose und FIV (ist die Mutter nicht vorhanden, muss dieser Test bei jedem einzelnen Baby gemacht werden) = 30 Euro
  • Entwurmungen = je 20 Euro
  • Kastration nach Absetzen der Kitten = 100 Euro

Gesamt: ca. 390 Euro

Weitere Kosten

  • Futter und Streu für 3 Monate = 80 Euro
  • Mikrochip = 40 Euro

Gesamtkosten = ca. 510 Euro

Ältere, bereits kastrierte Tiere, die irgendwo aufgegriffen wurden, benötigen oft eine Zahnsanierung in Vollnarkose, sind also auch nicht „billiger“ als unkastrierte Tiere.

Fazit der Rechnerei

Sollten Sie sich überwinden, z. B. 100 Euro für eine Katze aus dem Tierschutz zu bezahlen, wurde Ihnen Ihre Katze zum Großteil durch Spenden mitleidiger Menschen (z. B. auch der bei Katzenschützern oft so verpönten Züchter) finanziert. Geben Sie also Ihrem Herzen (bzw. Geldbeutel) einen Stoß und legen noch eine ordentliche (!) Spende auf die sog. Schutzgebühr drauf.

Mancher Katzeninteressent wird jetzt denken: Was für ein Aufwand für so ein Katzentier! Das soll doch sowieso nur in der Wohnung bleiben, wozu da impfen?

Sicherlich ist eine reine Wohnungskatze weniger gefährdet als eine freilaufende (die Sie übrigens auch noch gegen Tollwut impfen lassen müssen und gegen FIP impfen lassen sollten). Es bestehen jedoch zahlreiche Möglichkeiten, sich die entsprechenden Viren einzufangen. Sie selbst können sie an Schuhen oder Kleidung einschleppen, es sei denn, Sie besuchen niemals Leute mit Katzen und berühren niemals eine fremde Katze, z. B. auf der Straße, beim Tierarzt oder auf einer Katzenausstellung. Es kommt vor, dass die Nachbarkatze durch die Türe huscht, beim gegenseitigen Anfauchen fliegt der Speichel – und das Leukose-Virus gleich mit. Wie steht es während Ihres Urlaubs, betreuen da evtl. andere Katzenbesitzer Ihr Tier? Oder wird es gar in eine Pension gegeben?

Mit einer nicht geimpften Katze können Sie Folgendes erleben:

  • Sie (und Ihre Katze) haben Glück und es passiert ihr ihren Lebtag lang nichts.
  • Die Katze erkrankt und stirbt.
  • Die Katze erkrankt und Sie haben erhebliche Tierarztkosten (und die Katze stirbt evtl. trotzdem).
  • Die Katze wird krank und Sie setzen sie auf die Straße (vielleicht hat sie ja Glück und landet im Katzenschutz).

Leider haben viele Tierschutzvereine oder auch ohne Verein arbeitende Katzenschützer nicht die finanziellen Mittel, die abgegebenen oder aufgegriffenen Tiere so umfassend wie oben beschrieben versorgen zu lassen. Bitte geben Sie einer solchen Katze aber trotzdem ein neues Zuhause und lassen Sie die fehlenden Untersuchungen und Behandlungen von Ihrem eigenen Tierarzt durchführen. Manchmal stehen Ihnen dann einige anstrengende Wochen oder auch Monate bevor – aber nichts ist schöner, als einem elenden, misstrauischen Fellbündel bei der Verwandlung in ein gesundes, vertrauensvolles Katzentier zuzusehen.

Damit es nicht zu Missverständnissen kommt: Ein seriöser Züchter kann seine Katzenkinder nicht für den oben errechneten Betrag abgeben. Wenn er Katzen wirklich züchtet – und nicht nur vermehrt -, hat er weit größere finanzielle Aufwendungen, die sich aber nicht so schön pro Kätzchen aufrechnen lassen.

Beispiele: Die Mutterkatze findet er i. d. R. nicht auf der Straße und Preise von um die 1.000 Euro für ein vielversprechendes Katzenkind zur Zucht sind durchaus üblich. Wobei immer das Risiko besteht, dass die Katze sich nicht erwartungsgemäß entwickelt und nach ein oder zwei Würfen aus der Zucht genommen, also kastriert wird.

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Wer nicht die Möglichkeit (oder die Nerven) hat, einen eigenen Deckkater zu halten, was übrigens auch mit nicht unerheblichen Kosten für bauliche Maßnahmen, Reinigungsmittel und neue Sofas verbunden ist, muss mit seinem Katzenmädchen zum Fremddecken. Zur Decktaxe (ab 300 Euro aufwärts) kommen z. T. noch sehr lange Anfahrtswege hinzu, bei seltenen Rassen oft bis ins europäische Ausland.

Ein „echter“ Züchter besucht mit seinen Tieren natürlich auch Katzenausstellungen, um sie mit der „Konkurrenz“ zu vergleichen. Nun glauben Sie aber nicht, außer Schleifen, Pokalen und gelegentlich einmal einem Sack Trockenfutter könnte er da etwas gewinnen! Im Gegenteil, er muss pro Katze eine Meldegebühr von ca. 30 Euro bezahlen, dazu wiederum die Fahrtkosten, die Käfigausstattung kostet Geld und und und …

Ganz wichtig sind auch zusätzliche Tierarztkosten, die bei manchen Züchtern allein wegen der gezüchteten Rasse oder Farbe anfallen. Perser Katzen beispielsweise können eine unheilbare Nierenerkrankung (PKD) an ihre Kinder vererben und müssen daher vor dem Zuchteinsatz von einem besonders geschulten Tierarzt mittels Ultraschall untersucht werden.

Natürlich können Sie ein „Rassekätzchen“ auch für 150 Euro bei einem sogenannten Züchter kaufen. Meist hat das Tier dann keine Papiere, weil laut „Züchter“ zu teuer. Teuer ist aber nicht etwa die Ahnentafel, die kostet den Züchter nur ca. 15 Euro pro Katze, sondern teuer ist die Zucht innerhalb eines Vereines, dessen Zuchtbuchstelle die Papiere ausstellt. Die Zuchtvereine schreiben ihren Mitgliedern nämlich vor, wie seriöse Katzenzucht auszusehen hat, z. B. in welchem Alter ein Tier zur Zucht eingesetzt werden darf, wie viele Würfe pro Jahr einer weiblichen Katze zugemutet werden dürfen, welche Impfungen gemacht werden müssen, auf welche Krankheiten getestet werden muss usw. Das kostet richtig Geld! Und manche Vereine schicken auch noch regelmäßig Kontrolleure in die Zuchtstätten, um das alles zu überprüfen!

Keine Katzen ohne Papiere kaufen!

Kaufen Sie also bitte kein vermeintlich reinrassiges Kätzchen ohne Papiere bei einem „Züchter“, der unkontrolliert Katzen vermehrt und das Wort „Impfung“ wahrscheinlich noch nie gehört hat. Übernehmen Sie auch kein Hauskätzchen von Leuten, die ihre Katze(n) nach Belieben Babys bekommen lassen, weil diese doch so niedlich sind, während sich in den Tierheimen dann die erwachsenen Katzen, zu denen sich die entzückenden Babys ja todsicher entwickeln, stapeln.

In beiden Fällen werden die Tiere i. d. R. viel zu früh, also vor dem Erlernen kätzischen Sozialverhaltens, abgegeben, nicht oder nur unzureichend geimpft und entwurmt, und sind oft so krank, dass ihnen vom Tierarzt nicht mehr geholfen werden kann.

Tipp: Geben Sie auch älteren Tieren eine Chance, die sind zwar nicht mehr niedlich (sondern nur noch schön), machen aber auch nicht mehr annähernd soviel Blödsinn (und damit Arbeit) wie ein Katzenkind!

Fazit

Unbestritten bleibt: Jede Katze ist einzigartig und unbezahlbar, jede hat ihren eigenen Charakter und ihre ganz persönlichen Eigenarten, jede ist auf ihre Art wunderschön und liebenswert. Aber man sollte sich auch darüber bewusst sein, dass die Haltung einer Katze – egal ob vom seriösen Züchter oder aus dem Tierschutz – entsprechende finanzielle Mittel erfordert. Nur wer diese Mittel aufbringen kann, sollte sich auf das „Abenteuer Katze“ einlassen!

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