Haustür abdichten – Möglichkeiten & Kosten im Überblick

Beim Abdichten einer Haustür sind Sorgfalt und handwerkliches Können gefragt. Foto © gianni stock adobe
Beim Abdichten einer Haustür sind Sorgfalt und handwerkliches Können gefragt. Foto © gianni stock adobe

Die Haustür abdichten kann eine gute Möglichkeit sein, um gerade in der kalten Jahreszeit Energieverluste zu reduzieren und damit einiges an Kosten zu sparen. Tatsächlich gehört das Abdichten von Fenstern und Türen zu den 10 wichtigsten Tipps, die vonseiten der Verbraucherzentrale zum Sparen von Heizkosten genannt werden.

Experten sprechen davon, dass sich pro Jahr problemlos bis zu 150 Euro Heizkosten einsparen lassen, wenn Fenster und Türen ausreichend abgedichtet sind. Bei modernen Fenstern können Sie sicher sein, dass diese ausreichend abgedichtet sind. Das Problem bei Haustüren ist, dass sie eine deutlich größere Fläche und wesentlich längere Ritzen bieten als ein „normales“ Fenster. Die Dichtungen von Türen können mit den Jahren Schaden nehmen.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Haustür nicht ausreichend abgedichtet ist, sollten Sie die folgenden drei Schritte gehen.

Haustür zieht – Woran kann es liegen?

Als Erstes ist es wichtig, sich die Frage zu stellen, woran es liegen kann, dass es an der Tür kalt ins Hausinnere hinein zieht. Tatsächlich kann es eine ganze Menge verschiedener Ursachen haben, dass Ihre Haustür die Kälte nicht so richtig draußen halten kann.

Um hier die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können, ist es wichtig zu wissen, wonach Sie suchen müssen. Wir haben hier die wichtigsten Bereiche, in denen Wärme über die Tür verloren gehen kann, einmal für Sie zusammengefasst.

  • Ein breiter Schlitz unter dem Türblatt lässt Luft zwischen Tür und Boden hindurch.
  • Die Türschlitze an den Seiten oder im oberen Bereich haben Lücken, durch welche Wärme entweichen kann.
  • Teilweise kann es auch sein, dass ältere Türen der direkten Wettereinwirkung nicht mehr gewachsen sind. Ohne Vordach und Windfang ist die Tür Wind und Wetter direkt ausgesetzt
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Das Gute dabei: Um Ihre Tür abzudichten, brauchen Sie nicht gleich eine neue Tür anzuschaffen. Manchmal reichen auch schon ganz einfache Lösungen aus dem Baumarkt aus, um große Probleme in Sachen Dichtung auf einmal ganz klein werden zu lassen.

Undichte Stellen an Türen finden

Wenn Sie sich ein Bild davon gemacht haben, wie Ihre Tür beschaffen ist und an welcher Stelle es womöglich zu Luftzügen kommen kann, ist es wichtig, als nächstes die undichte Stelle zu finden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

In vielen Fällen kann es schon ausreichen, die Tür einfach genau zu beobachten. Sehen Sie beispielsweise unter der Tür einen Spalt, dann brauchen Sie erst einmal gar nicht weiter zu suchen – dann haben Sie Ihre undichte Stelle bereits gefunden.

Ist optisch erst einmal nichts an der Tür auszumachen, muss ein Luftzugtest her. Nehmen Sie dafür ein leichtes Stofftuch oder ein Blatt Papier und fahren Sie damit langsam die Türschlitze seitlich sowie oberhalb des Türblatts und unter dem Türblatt entlang. Wenn irgendwo eine undichte Stelle ist, werden Sie an der Bewegung des Stoffs oder des Papiers erkennen können.

Hat diese Methode keine offensichtliche Problemstelle zutage gefördert, kann das auch daran liegen, dass die Tür insgesamt einfach nicht ausreichend für den Wärmeschutz geeignet ist. Wenn durch die gesamte Tür zu viel Wärme nach außen dringt und der Bereich vor der Tür immer kalt ist, kann das daran liegen, dass Sie eine sehr alte Tür mit sehr schlechten Dämmeigenschaften haben.

Tür abdichten – Möglichkeiten im Überblick

Wenn Sie die undichte Stelle gefunden haben – oder festgestellt haben, dass die Tür an sich das Problem ist, können Sie mit der richtigen Abdichtungsmethode dagegen vorgehen. Hierfür gibt es verschiedene Maßnahmen, die sich sehr unterschiedlich im Budget bemerkbar machen – letztlich ist aber für jeden Geldbeutel etwas dabei. Denn anders als bei einer komplett neuen Fassadendämmung können Sie beim Dämmen Ihrer Tür auf ein paar wunderbare Hilfsmittel aus dem Baumarkt zurückgreifen.

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Die Kälte einfach aussperren

Es ist die einfachste Art, etwas gegen Zuluft in der Wohnung zu tun: Sperren Sie die Kälte einfach aus. Hängen Sie sich zu diesem Zweck einen bodenlangen und ausreichend dicken Thermovorhang vor die Tür. Wenn Sie abends zu Bett gehen, ziehen Sie diesen zu. Sie werden schnell feststellen, dass ein solcher Vorhang die Kälte zwischen Tür und Vorhang verharren lässt. Im Inneren der Wohnung oder des Hauses wird es dadurch angenehm wärmer. Außerdem kann nicht mehr so viel Wärme nach außen dringen.

Einen solchen Wärmeschutzvorhang finden Sie im Möbelfachhandel beispielsweise bereits ab rund 50 Euro mit Abmessungen von 140 cm Breite mal 245 cm Höhe. Wichtig ist, dass der Vorhang weder an den Seiten noch am Boden oder an der Decke Luft lässt – andernfalls ist die Dämmleistung wiederum stark eingeschränkt.

Bürstendichtung einbauen

Eine Bürstendichtung ist die richtige Wahl, wenn es darum geht, eine Lücke unter der Tür entsprechend abzudichten. Diese Bürstendichtungen gibt es in Einheitslängen, was die Bürsten angeht. Wenn diese zu lang sind für die Lücke zwischen Ihrer Tür und dem Boden, können die Borsten entsprechend zugeschnitten werden.

Die Borsten hängen in der Regel an einer Plastik-Lippe, die Sie ganz unten an der Tür befestigen. Dadurch schleifen die Borsten über den Boden – halten aber eben auch Kälte effektiv draußen. Eine solche Bürstendichtung finden Sie schon ab 15 Euro im Online-Handel oder im Baumarkt.

Türgummis nachrüsten oder ersetzen

Türgummis oder Dichtungsbänder, die Sie in den Türrahmen kleben können, finden Sie am Markt in großen Mengen. Tatsächlich ist das die beliebteste und wohl auch wichtigste Art der Türdichtung. Wichtig ist dabei, vor dem Kauf genau zu schauen, welche Gummidichtung Sie für Ihre Tür wirklich brauchen. Hochwertige Dichtungen dieser Art bekommen Sie im Fachhandel schon ab 4 Euro pro laufenden Meter. Meistens sind diese Dichtungen 5 oder 10 Meter lang und können dann nach Bedarf zugeschnitten werden.

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Neue Dichtungen einfräsen lassen

Wenn Sie nicht unbedingt eine günstige Lösung suchen müssen und Zeit haben, bis der von Ihnen beauftragte Handwerker Ihnen einen Termin geben kann, ist auch das Einfräsen einer neuen Dichtung eine gute Sache. Eine so in die Tür eingefräste Dichtung ist besonders nachhaltig und langlebig – aber eben natürlich auch deutlich teurer als alle anderen bisher genannten Lösungen.

Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall einen Experten ans Werk lassen. Das kann die Kosten schnell auf deutlich über 100 Euro für eine Tür bringen. Natürlich ist das immer noch deutlich günstiger als eine komplette Fassadendämmung. Dennoch ist diese Variante die von den hier Aufgeführten mit Sicherheit die teuerste.

Fazit

Es kann verschiedene Gründe dafür geben, dass es an Ihrer Haustür zieht. Die Haustür abdichten kann daher eine Menge Energie und damit letztlich auch gutes Geld sparen. So verschieden wir die Haustüren in einer Straße sind, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten, eine solche Haustür abzudichten. Welche die für sie und Ihre Haustür beste Variante ist, liegt vor allem daran, an welcher Stelle Ihre Tür letztlich undicht ist.

Foto: © gianni /stock adobe

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).