Werkstatt einrichten – Planung & Kosten

Eine durchaus gut sortierte Werkstatt daheim. Foto ©Yuri Arcurspeopleimages.com stock adobe
Eine durchaus gut sortierte Werkstatt daheim. Foto ©Yuri Arcurspeopleimages.com stock adobe

Die eigene Werkstatt im Haus ist für einen Hobbyhandwerker und manchen Heimwerker ein echter Traum. Wer nicht den Platz dafür hat, kann sich durchaus welchen Schaffen – denn auch im Gartenhaus lässt sich eine solche Werkstatt leicht unterbringen.

Wie beliebt das Heimwerken bei den Deutschen ist zeigt eine Studie, die Immowelt.de in Auftrag gegeben und veröffentlicht hat. Hieraus geht hervor, dass weit mehr als 80 Prozent der Deutschen für relativ einfache Arbeiten gern auf einen Handwerker verzichten.

Vom Streichen und Tapezieren bis hin zum Aufbau oder der Reparatur von Möbeln oder dem Anschluss von Elektrogeräten – es gibt zahlreiche Dinge, die man in den eigenen vier Wänden selbst erledigen kann. In Zeiten hoher Inflation und Reallohnverlusten bleibt vielen auch gar nichts anderes übrig – einen Handwerker für jede kleine notwendige Reparatur zu beauftragen können sich viele Hausbesitzer aktuell schlichtweg nicht leisten.

Eigene Werkstatt daheim

Gerade wer viel in den eigenen vier Wänden werkelt und zwischendurch auch mal selbst an Möbeln arbeitet sollte eine Werkstatt zur Verfügung haben, die gut ausgestattet und räumlich so gestaltet ist, dass verschiedene Arbeiten auch hier drin erledigt werden können. Wir zeigen Ihnen an dieser Stelle, wie Sie eine Werkstatt richtig planen und einrichten und mit welchen Kosten Sie dabei rechnen müssen.

Dass diese deutlich über den Kosten eines einfachen Werkzeugkoffers liegen dürfte klar sein. Andererseits lässt sich auch eine Werkstatt praktisch und dabei kostengünstig einrichten, wenn man bei der Auswahl des Mobiliars und der Geräte Preise vergleicht und hier und dort auch mal auf gebrauchte Dinge zurückgreift.

Der richtige Raum für die Werkstatt – Was ist wichtig?

Es gibt eine ganze Reihe von Räumen, in denen eine Werkstatt untergebracht werden kann. Rein rechtlich betrachtet ist eine Werkstatt ein Nutzraum und kein Wohnraum. Damit muss, wenn eine Werkstatt im Keller eingerichtet werden soll, noch nicht einmal eine Umwidmung des Raums erfolgen.

Auch der Dachboden kann wunderbar zu einer Werkstatt hergerichtet werden. Hier stellt sich in manchen Fällen allerdings die Schwierigkeit ein, dass Sie die gesamte Einrichtung Ihrer Werkstatt bis auf den Dachboden tragen müssen. Vor allem wenn auch die eine oder andere größere Maschine wie beispielsweise eine Tischkreissäge in Ihrer Werkstatt haben, kann das mit erheblichem Aufwand verbunden sein.

Wie bereits weiter oben erwähnt ist auch die Nutzung eines Gartenhauses als Werkstatt vollkommen in Ordnung. Hier haben Sie sogar den Vorteil, dass Sie bei der Arbeit andere Hausbewohner nicht so schnell stören.

Gut zu wissen – Die Garage darf (eigentlich) nicht als Werkstatt genutzt werden

Generell darf eine Garage aus baurechtlicher Sicht nur für das Abstellen eines Pkw‘s verwendet werden. In einer Garage dürfen darüber hinaus Werkzeuge, die für die Instandhaltung des Pkw‘s verwendet werden können, und Pflegemittel für das Fahrzeug zu finden sein. Auch Reifen dürfen Sie in einer Garage lagern.

Bei Zweirädern wird es schon komplizierter. Denn Fahrräder, Motorräder, Motorroller und ähnliche Zweiräder – motorisiert oder nicht motorisiert – dürfen zwar in der Garage stehen, aber nur so lange, wie man trotz der hier gelagerten Fahrräder das Auto noch problemlos rein- und rausfahren kann.

Eine Zweckentfremdung der Garage – zum Beispiel als Werkstatt – kann mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro belegt werden. Zwar kontrollieren die kommunalen Ordnungsdienste in der Regel nicht die Garagen vor Ort – sollte es aber zu Beschwerden von Nachbarn kommen, wird ein entsprechender Kontrollbesuch abgestattet.

Wenn Sie eine konkrete Idee haben, welchen Raum Sie nutzen möchten, gibt es ein paar Kriterien, die unbedingt passen sollten.

Ausreichend Fläche

Der Raum sollte auf jeden Fall ausreichend groß sein. Kleiner als 9 Quadratmeter sollte keine Werkstatt sein. Sonst bleibt wenig Raum, um auch mal ein Brett oder Latten zuzuschneiden. Auch sollte etwas notwendiges Mobiliar und die eine oder andere Maschine in die Werkstatt passen. Wenn Sie in Ihrer Garage nur kleine Arbeiten ausüben möchten, reicht natürlich ein kleinerer Raum als bei regelmäßigen Großprojekten.

Das richtige Licht

Wenn Sie Bauteile präzise abmessen möchten, Bohrlöcher klar markieren möchten oder mit Sicherheit grade Schnitte setzen wollen, brauchen Sie dafür unbedingt das passende Licht. Tageslicht eignet sich hier tatsächlich am besten.

Wenn Sie keine ausreichend große Fensterfläche in Ihrer Werkstatt haben, können Sie auch auf eine Tageslichtlampe zurückgreifen. Diese gibt es als klassische Zimmerlampe für die Decke oder aber als Strahler, den Sie auf Ihre jeweilige Arbeitsfläche einstellen können.

Die richtige Belüftung

Wer in seiner Werkstatt schleifen, lackieren, sägen oder feilen will sollte auf jeden Fall für eine ausreichend gute Belüftung sorgen. Wenn die Werkstatt auch im Winter genutzt werden soll, ist es wichtig, dass der Raum auch beheizt werden kann.

Werkstatteinrichtung – Was brauche ich?

Wenn der Raum ausgewählt ist und alle wichtigen Kriterien erfüllt sind, geht es an die Einrichtung der Werkstatt. Hier brauchen Sie einiges an Mobiliar und natürlich auch ein paar Dinge, die zur Grundausstattung gehören. Hier einmal die wichtigsten Punkte.

Werkbank

Die Werkbank ist der wohl wichtigste Bereich in Ihrer Werkstatt, denn hier verrichten Sie einen Großteil Ihrer Arbeit. Daher sagen viele Experten, dass die Werkbank in der heimischen Werkstatt gar nicht groß genug sein kann

Wenn Sie sich eine Werkbank direkt im Fachhandel kaufen, finden Sie Produkte ab 199 Euro. Nach oben hin gibt es hier nur wenige Grenzen. Günstigere Modelle sind oft so instabil, dass ein sicheres Arbeiten auf ihnen gar nicht möglich ist – unter 199 Euro sollten Sie daher aus Sicherheitsgründen genau hinschauen, wenn Ihnen eine Werkbank ins Auge springt.

Schränke & Regale

Neben der Werkbank brauchen Sie auch Schränke und Regale, um Ihre Werkzeuge und Materialien zu lagern. Hängeschränke sind hier ideal ebenso Regalwände. Bei Schränken für Werkstätten werden Sie bereits ab rund 100 Euro fündig. Komplette Schrankwände mit Hänge- und Stehschränken kosten allerdings auch schon mal ab 500 Euro aufwärts.

Grundausstattung

Wenn das Mobiliar steht, muss die Grundausstattung folgen. Andernfalls wäre ein Arbeiten in der Werkstatt nicht möglich. Zur Grundausstattung gehört als Erstes einmal ein guter Werkzeugwagen. Anders als das Mobiliar steht dieser nicht fest, sondern kann in der Werkstatt bequem von A nach B verschoben werden, um genau dort zu stehen, wo Sie ihn zum Arbeiten brauchen.

Ein guter Werkzeugwagen mit entsprechend hochwertigen Werkzeugen kostet ab 500 Euro aufwärts. Wer hier spart wird sehr schnell neues Werkzeug nachkaufen müssen, da in diesem Bereich günstige Preise meist mit mangelhafter Qualität erkauft werden.

Darüber hinaus gehören zur Grundausstattung einer Werkstatt:

Maschinen

  • Akkuschrauber
  • Schwingschleifer oder Doppelschleifer
  • Nass- und Trockensauger mit einem Werkzeuganschluss
  • Schlagbohrmaschine
  • Kreissäge oder Tischkreissäge
  • Stichsäge

Je nach geplanten oder regelmäßig ausgeführten Tätigkeiten kann es natürlich sein, dass andere oder zusätzliche Maschinen benötigt werden. Die oben aufgeführten Geräte sollten allerdings in keiner Werkstatt fehlen.

Werkzeuge

  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Maßband
  • Teppichmesser
  • Fuchsschwanz
  • Schraubendreher und Bits in verschiedenen Größen
  • Hammer
  • Kombizange
  • Innensechskantschlüssel-Set
  • Maulschlüssel-Set
  • Stifte
  • Spachtel
  • Schraubzwingen
  • Schraubstock
  • Pinsel
  • Handfeger und Kehrblech
  • Lappen

Materialien

  • Nägel
  • Schrauben
  • Dübel
  • Leim
  • Kleber
  • Schmierfett

Fazit

Wer eine Werkstatt einrichten möchte, wird in den seltensten Fällen direkt alles auf einmal kaufen. Wenn es nicht gerade um eine beruflich genutzte Werkstatt geht, ist es eher so, dass die Werkstatt mit der Zeit und mit den Aufgaben wächst.

Natürlich ist es sinnvoll, direkt am Anfang das Mobiliar und die wichtigsten Werkzeuge, Materialien und Maschinen anzuschaffen. Gerade in der privaten Nutzung kann allerdings immer mal wieder etwas Neues dazugekauft werden. Letztlich kostet die Einrichtung einer gut bestückten Werkstatt schnell 2.000 Euro und mehr.

Foto: ©Yuri Arcurs/peopleimages.com / stock adobe

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).